Steuer-Aufklärer

Corona und die Steuererklärung

Kurzarbeit, Homeoffice, Kinderbetreuung – die Corona-Pandemie hat unser Leben ziemlich durcheinandergewirbelt. Das hinterlässt auch Spuren in der Steuererklärung. Manches muss dieses Jahr anders gemacht werden, manches kann anders gemacht werden. Hier ein Überblick über die wichtigsten steuerlichen Corona-Themen und eine praktische Checkliste für die eigene Steuer.

Mann mit Mund-Nasen-Schutz

Zu den vielen Dingen, die durch Corona anders geworden sind, zählt in diesem Jahr auch die Steuererklärung. Für viele Menschen in Deutschland ist die Corona-Pandemie sogar der Grund, warum sie in diesem Jahr erstmals eine Steuererklärung abgeben müssen. Wir gehen mit Ihnen die wichtigsten Themen durch und erklären, wo die Steuererklärung in diesem Jahr anders funktioniert. Wenn Sie selbst überprüfen wollen, an welchen Stellen die Pandemie Einfluss auf Ihre eigene Steuererklärung hat, empfehlen wir Ihnen unsere praktische Checkliste zum Thema.

Kurzarbeitergeld

Wenn Sie Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro im Jahr erhalten, sind Sie verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben (Pflichtveranlagung). Leider kann der Erhalt von Kurzarbeitergeld unter bestimmten Umständen auch eine Steuernachzahlung nach sich ziehen. Wie das Kurzarbeitergeld genau funktioniert und was es mit der Steuer macht, haben wir in einem eigenen Steuertipp genau erklärt.

Homeoffice

Die Regeln zur steuerlichen Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers sind unverändert streng. Zur steuerlichen Entlastung von Menschen im Homeoffice hat der Bundestag als Alternative eine Homeoffice-Pauschale beschlossen: Pro Kalendertag, an dem Sie ausschließlich zu Hause arbeiten, sind fünf Euro als Werbungskosten absetzbar. Das ist an maximal 120 Tagen im Kalenderjahr möglich, der absetzbare Höchstbetrag liegt also bei 600 Euro. Diese Regelung gilt für die Steuerjahre 2020 und 2021. Die Pauschale ist vor allem dann für Sie vorteilhaft, wenn Sie die strengen Voraussetzungen für das richtige häusliche Arbeitszimmer nicht erfüllen – oder wenn die tatsächlichen Aufwendungen für das Arbeitszimmer geringer sind. Dafür können Sie an Tagen, für die Sie die Homeoffice-Pauschale beantragen, keine Entfernungspauschale in Anspruch nehmen. Wichtig: Nur, wenn Sie mit Ihren Werbungskosten inklusive der Homeoffice-Pauschale über 1.000 Euro kommen, erhalten Sie den zusätzlichen Steuervorteil. Wie das genau funktioniert, haben wir in einem eigenen Steuertipp ausführlich erklärt.

Werbungskosten und andere Abzugsmöglichkeiten

Das steuerfreie Kurzarbeitergeld erhöht über den Progressionsvorbehalt Ihren individuellen Steuersatz für die steuerpflichtigen Einkünfte. Daher ist es wichtig, dass Sie alle Abzugsmöglichkeiten ausschöpfen, zum Beispiel:

  • Fahrtkosten zum Arbeitsplatz
  • Arbeitsmittel für Ihr Homeoffice
  • Bewerbungskosten
  • Spenden an gemeinnützige Organisationen
  • Unterstützung bedürftiger Personen
  • Steuervorteile für Menschen mit Behinderung
  • Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen
  • haushaltsnahe Dienstleistungen

… all das sind nur einige Möglichkeiten.

Veränderte Abgabefristen

Die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung 2019 (Pflichtveranlagung) wurde um sechs Monate verlängert. Lassen Sie Ihre Steuererklärung von einem Lohnsteuerhilfeverein, wie dem Steuerring, oder einem Steuerberater erstellen, gilt der 31. August 2021 als letzter Abgabetermin. Für alle, die ihre Steuererklärung selbst machen, kam die Fristverlängerung für die Steuer 2019 leider zu spät, der Stichtag war hier der 31. Juli 2020.

Anders könnte es in diesem Jahr kommen: Müssen Sie die Steuererklärung auch für 2020 abgeben, verlangt das Finanzamt diese nach jetzigem Stand und ohne steuerberatende Hilfe bis zum 31. Juli 2021. Allerdings wird in politischen Kreisen zurzeit eine Fristverlängerung von drei Monaten bis zum 31. Oktober 2021 diskutiert.
 

Kinderbonus

Im Jahr 2020 haben Familien einen einmaligen Kinderbonus von 300 Euro bekommen, im Jahr 2021 folgte eine weitere Bonuszahlung in Höhe von 150 Euro. Der Kinderbonus gilt nicht als steuerpflichtiges Einkommen, sondern als zusätzliche Kindergeldzahlung. Aber: Das Finanzamt verrechnet die Kinderboni über die Steuerklärung mit den Kinderfreibeträgen. Da diese im Regelfall Familien mit hohem Einkommen zugutekommen, holt sich der Fiskus den Bonus auf diese Weise von besserverdienenden Eltern wieder zurück. Auf verschiedene Sozialleistungen, zum Beispiel auf das Arbeitslosengeld II, das Wohngeld oder den Unterhaltsvorschuss, wird der Bonus hingegen nicht angerechnet. So soll der Kinderbonus vor allem Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen entlasten.

Corona-Bonus

Zwischen März 2020 und 30. Juni 2021 gilt: Zahlen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern einen Bonus, um diese in der angespannten Situation zu unterstützen, ist der Bonus bis zu einer Höhe von 1.500 Euro von der Einkommensteuer befreit. Ebenso wenig fallen Sozialversicherungsbeiträge dafür an. Dieser Bonus muss nicht in einem Betrag gezahlt werden; die addierten Zahlungen dürfen nur den Maximalbetrag von 1.500 Euro nicht überschreiten.

Alleinerziehende

Seit dem Jahr 2020 wurde der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende auf 4.008 Euro pro Jahr erhöht. Ab dem zweiten Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um 240 Euro jährlich pro Kind. In der Regel macht das Finanzamt dies ganz automatisch. Den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erhält der Elternteil, bei dem das Kind gemeldet ist. Ist das Kind bei beiden Elternteilen gemeldet, bekommt der Elternteil den Entlastungsbetrag, an den das Kindergeld für das Kind ausgezahlt wird.

Spenden

Vom 1. März 2020 bis 31. Dezember 2020 gelten Sonderregelungen für Spenden in der Corona-Krise: Bei Zuwendungen mit Corona-Bezug greift die Regel für den Katastrophenfall. Damit reicht für Spenden an einen begünstigten Verein oder eine Organisation – unabhängig von der Höhe – ein vereinfachter Nachweis in der Steuererklärung, also zum Beispiel ein Kontoauszug mit Angabe des Verwendungszwecks.

Tipp:

Ihnen ist das alles zu kompliziert und Sie möchten am liebsten Ihre Steuerangelegenheiten abgeben? Dann ist vielleicht eine Mitgliedschaft im Lohnsteuerhilfeverein Steuerring für Sie interessant. Mehr zum Steuerring und seinen Leistungen erfahren Sie hier auf der Webseite – und einen persönlichen Berater in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Beratungsstellensuche.