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Ist ein Minijob steuerpflichtig?

„Wer einen Minijob hat, muss keine Steuern zahlen“ – stimmt das? Nicht ganz, denn prinzipiell ist ein Minijob steuerpflichtig. Ob Sie selbst jedoch Steuern zahlen müssen, ist davon abhängig ob Ihr Minijob-Gehalt pauschal durch den Arbeitgeber oder anhand Ihrer individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale versteuert wird.

Eine Frau im karierten Hemd steht hinter einer Baar und mixt Cocktails. Sie hat einen kleinen Haardutt und trägt eine Schürze. Im Hintergrund sind verschwommen Getränkeflaschen, Gläser und Lichte zu erkennen.

Ein Minijob – auch geringfügige Beschäftigung genannt – liegt vor, wenn Sie im Monat maximal 450 Euro Gehalt bekommen. Diese Verdienstgrenze gilt auch dann, wenn Sie nicht während des gesamten Monats arbeiten. Ihre wöchentliche Arbeitszeit spielt beim Minijob keine Rolle. Gut zu wissen: Auch bei einer geringfügigen Beschäftigung haben Sie grundsätzlich Anspruch auf den gesetzlich geregelten Mindestlohn (2020: 9,35 Euro brutto je Zeitstunde).

Welche Steuern fallen beim Minijob an?

Viele Arbeitgeber führen bei Minijobs pauschal zwei Prozent des Arbeitslohns an das Finanzamt ab. Mit dieser Pauschalsteuer sind die anfallenden Steuern abgegolten. Das heißt: Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sind abgedeckt – als Arbeitnehmer müssen Sie dann also tatsächlich keine Steuern zahlen und Ihren Minijob-Lohn auch nicht in der Steuererklärung angeben. Das funktioniert so allerdings nur, wenn Ihr Arbeitgeber auch einen Pauschalbetrag zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent des Arbeitslohns zahlt.

Achtung: Bei dieser „Pauschalisierungsmöglichkeit“ handelt es sich um eine sogenannte Kann-Vorschrift. Das bedeutet, dass Ihr Gehalt anstatt mit der Pauschale von zwei Prozent auch mit Ihren individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen besteuert werden kann. Der Arbeitgeber nimmt dabei den Lohnsteuerabzug entsprechend Ihrer Steuerklasse vor und Sie erhalten am Jahresende eine Lohnsteuerbescheinigung.

Auch wenn in der Regel bei Einkünften in Höhe von maximal 450 Euro keine Lohnsteuer im Abrechnungsmonat anfällt, müssen Sie trotzdem anhand der Lohnsteuerbescheinigung Ihre Lohndaten unbedingt in Ihrer Steuererklärung eintragen, denn: Falls Sie noch weitere Einkünfte haben – zum Beispiel eine Rente, Einnahmen aus Vermietung oder Lohn aus einem anderen Beschäftigungsverhältnis – fallen nachträglich Steuern an. Der Bruttolohn aus Ihrem Minijob wird dann mit diesen Einnahmen zusammengerechnet und nachversteuert.

Tipp:

Vereinbaren Sie am besten vertraglich zu Beginn der Minijob-Tätigkeit mit Ihrem Arbeitgeber, dass dieser die zwei Prozent Pauschalsteuer übernimmt. So müssen Sie in Ihrer Steuererklärung den Lohn aus dem Minijob nicht versteuern.