Steuer-1x1

Antragsveranlagung: Frist für das Steuerjahr 2016 läuft ab

Wer nicht gesetzlich zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, kann diese trotzdem freiwillig beim Finanzamt einreichen – und in vielen Fällen eine Erstattung kassieren. Achtung: Die Abgabefrist für die freiwillige Steuererklärung 2016 läuft am 31. Dezember 2020 ab.

Ein Mann, im Hemd gekleidet, sitzt an einem Holztisch. In seiner Hand hält er eine Brille. Er trägt einen Bart. Auf dem Tisch steht ein Laptop, aus diesem ragt ein Arm heraus, welcher einen Wecker festhält. Im Hintergrund ist eine graue Wand.

Im Einkommensteuerrecht gibt es neben der Pflichtveranlagung die sogenannte Antragsveranlagung. Das bedeutet, wer keine Einkommensteuererklärung machen muss, kann sich dennoch freiwillig veranlagen lassen. Dieser Aufwand lohnt sich häufig, denn: Diejenigen, die nicht zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind, sind oft auch diejenigen, die gute Chancen auf eine Erstattung haben.

Bei der Antragsveranlagung gewährt Ihnen das Finanzamt immer bis zu vier Jahre Zeit, um die Steuererklärung einzureichen. Das bedeutet: Die freiwillige Steuererklärung 2016 können Sie noch bis zum 31. Dezember 2020 abgeben – danach bearbeitet das Finanzamt die Steuererklärung nicht mehr. Nutzen Sie also die verbleibenden Wochen des Jahres und holen Sie sich zu viel gezahlte Steuern aus 2016 zurück.

Hinweis:

Die Vierjahresfrist gilt auch für die Beantragung der Arbeitnehmer-Sparzulage, mit der der Staat vermögenswirksame Leistungen fördert. Den Antrag stellen Sie in der Steuererklärung – beachten Sie dabei bestimmte Einkunftsgrenzen.

Wann lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung?

In der Regel können Sie in folgenden Fällen mit einer Erstattung rechnen:

  • Ihre Werbungskosten übersteigen den Pauschbetrag von 1.000 Euro.
  • Sie sind Doppelverdiener mit der Steuerklasse IV.
  • Sie haben gemeinnützige oder mildtätige Organisationen mit Spenden (Zuwendungen) unterstützt.
  • Sie haben geheiratet, sodass Ihnen die entsprechenden Steuervorteile für das gesamte Jahr zustehen – unabhängig davon, ob die Hochzeit am Jahresanfang oder -ende stattfand.
  • Es sind hohe außergewöhnliche Belastungen angefallen, etwa wegen Krankheit oder, weil Sie bedürftige Personen unterstützt haben, gegenüber denen Sie zum Unterhalt verpflichtet sind.
  • Sie haben einen Hausmeister oder einen Gärtner engagiert oder lassen Reparatur- oder Modernisierungsmaßnahmen durchführen.

Achtung: Reichen Sie die Steuererklärung unbedingt bei Ihrem örtlichen, für Sie verantwortlichen Finanzamt ein. Liegt der Zuständigkeitsbereich bei einem anderen Finanzamt, wird die Steuererklärung zwischen den Behörden weitergeleitet. Das kostet Zeit –  und wenn der Antrag auf Veranlagung verspätet eingeht, wird er wegen Fristversäumnis nicht mehr bearbeitet.

Tipp:

Es gibt noch weitere steuerliche Konstellationen, die zu einer Rückerstattung führen. Lassen Sie sich daher am besten vor Ablauf des Jahres beraten – zum Beispiel vom Steuerring. Ihren persönlichen Berater, ganz in Ihrer Nähe, finden Sie mithilfe unserer Beratungsstellensuche.