Wohnen & Vermieten

Steuervorteile für energiesparende Sanierungsmaßnahmen

Wer sein selbst genutztes Haus oder seine Wohnung ab 2020 energetisch saniert, kann die Kosten in der Steuererklärung ansetzen – und so seine Steuerlast minimieren. Die wichtigsten Fragen rund um die steuerliche Förderung beantwortet der Steuerring.

Ein Dachdecker arbeitet auf einem Dach und bringt die Dachziegel an. Er steht fast ganz oben auf dem Dach und ist von hinten abgebildet. Rechts oben im Bild befindet sich ein wolkenbedeckter Himmel.

Mit dem Klimaschutzprogramm möchte die Bundesregierung Wohneigentümer zu energetischen Sanierungsmaßnahmen anregen. Dafür wurde eigens ein neues Gesetz geschaffen (§ 35c EStG). Dieses betrifft Sanierungsmaßnahmen, die nach dem 31. Dezember 2019 beginnen und vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen werden.

Welche Voraussetzungen gelten für die steuerliche Förderung energiesparender Sanierungsmaßnahmen?

Damit Sie die Steuervorteile für Ihre energiesparenden Sanierungsmaßnahmen vom Finanzamt erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie nutzen das Haus oder die Wohnung selbst.
  • Die Immobilie ist älter als zehn Jahre.
  • Ein Fachunternehmen führt die energetischen Maßnahmen aus und bescheinigt die Durchführung auf dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck.
  • Es liegt eine schriftliche Rechnung vor, die das Material und die Arbeitsleistung getrennt voneinander aufweist – auch wenn beide Positionen ohnehin steuerlich berücksichtigt werden.
  • Sie überweisen den Rechnungsbetrag auf das Konto des Handwerksbetriebes.
     

Welche energiesparenden Sanierungsmaßnahmen werden steuerlich gefördert?

Folgende Maßnahmen berücksichtigt das Finanzamt in der Steuererklärung:

  • Wärmedämmung von Wänden,
  • Wärmedämmung von Dachflächen,
  • Wärmedämmung von Geschossdecken,
  • Erneuerung der Fenster und Außentüren,
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage,
  • Erneuerung der Heizungsanlage,
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen, falls diese älter als zwei Jahre sind,
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung,
  • Kosten für den zugelassenen Energieberater, wenn dieser vom Bauherren mit der Beaufsichtigung der o. g. Bauarbeiten beauftragt wurde.
     

Wie hoch fällt die Steuerermäßigung bei energiesparenden Sanierungsmaßnahmen aus?

Die Steuerermäßigung fällt unterschiedlich hoch aus:

  • In jenem Kalenderjahr, in dem die Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen sind, und im darauffolgenden Kalenderjahr sinkt Ihre jährliche Einkommensteuer jeweils um 7 Prozent der Aufwendungen – höchstens jedoch um 14.000 Euro pro Jahr.
  • Im übernächsten Kalenderjahr wird Ihre Einkommensteuer um 6 Prozent der Kosten, aber maximal um 12.000 Euro, ermäßigt.

Insgesamt können Sie für Ihre energiesparenden Sanierungsmaßnahmen eine Steuerermäßigung von bis zu 40.000 Euro erhalten – und somit Aufwendungen bis zu 200.000 Euro ansetzen. Sie lassen sich von einem Energieberater betreuen? Auch diese Rechnungen können Sie als Bestandteil des genannten Höchstbetrages der Ausgaben (200.000 Euro) steuerlich geltend machen. Dann sinkt Ihre Einkommensteuer um 50 Prozent der Berater-Kosten.

Achtung: Sind mehrere Personen Eigentümer des begünstigten Sanierungsobjektes, kann die Steuerermäßigung nur einmal in Anspruch genommen werden.

Wann ist eine steuerliche Förderung energiesparender Sanierungsmaßnahmen ausgeschlossen?

Eine Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei selbst genutzten Wohnungen oder Häusern ist nicht möglich, wenn Sie:

Tipp:

Sie sind sich unsicher, ob Ihnen die steuerliche oder eine öffentliche Förderung mehr Vorteile bringt? Erkundigen Sie sich, welchen öffentlichen Zuschuss Sie erhalten würden und kommen Sie – bevor Sie den entsprechenden Antrag stellen – mit dieser Information zu uns. Als Mitglied im Steuerring vergleicht einer unserer 1.100 Berater die Steuerermäßigung dann mit dem von Ihnen vorab ermittelten öffentlichen Angebot (z. B. von der KfW) und findet die bessere Lösung für Sie.