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Minijob im Privathaushalt: Wie meldet man eine Haushaltshilfe an?

Leider erledigt sich der Haushalt nicht von selbst. Einkaufen, Aufräumen, Putzen … das alles kostet Zeit und Kraft. Viele Menschen wünschen sich daher Unterstützung. Aber wie funktioniert die Anmeldung einer privaten Haushaltshilfe – und lassen sich die Kosten dafür auch in der Steuererklärung absetzen?

Ein Vater in Jeans und T-Shirt befindet sich im Essbereich eines Hauses und bedient einen Staubsauer. Auf dem Staubsauger sitzt ein Baby und ein Kleinkind hält den Schlauch des Staubsauers fest. Der Mann hält das Baby fest; er lächelt zwar, wirkt jedoch leicht überfordert.

Wer eine Haushaltshilfe für den privaten Haushalt einstellt, macht das meist auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung – besser bekannt als Minijob. Dieser wird vom Gesetzgeber besonders gefördert: Damit der bürokratische Aufwand für Privathaushalte, die in die Rolle des Arbeitgebers schlüpfen, so niedrig wie möglich ist, wurde das sogenannte Haushaltsscheckverfahren eingeführt. Bei diesem Verfahren verringern sich die pauschalen Beiträge für Krankenversicherung, Rentenversicherung und Steuern, die von Ihnen als Arbeitgeber zu zahlen sind.

Das Haushaltsscheckverfahren müssen Sie zwingend für alle geringfügigen Beschäftigungen in Ihrem privaten Haushalt anwenden. Dabei geht es um haushaltsnahe Tätigkeiten – also solche Aufgaben, die Haushaltsangehörige normalerweise selbst erledigen könnten. Die Tätigkeit muss jedoch nicht direkt in Ihrer Wohnung ausgeübt werden; auch das Erledigen von Einkäufen im Supermarkt gehört beispielsweise dazu. Achtung: Handwerkerleistungen fallen nicht unter die haushaltsnahen Dienstleistungen.

Anmeldung der Haushaltshilfe mit dem Haushaltsscheck

Ihre geringfügig Beschäftigten im Privathaushalt melden Sie bei der Minijobzentrale an, denn nur dort erhalten Sie die Formulare für die Anmeldung zum Haushaltsscheckverfahren. Neben den persönlichen Daten der Beschäftigten und des Arbeitgeberhaushaltes müssen Sie auch Beginn und Ende der Tätigkeit sowie die Höhe des monatlichen Verdienstes angeben.

Achtung:

Die maximale Verdienstgrenze für geringfügig Beschäftigte liegt bei 450 Euro im Monat. Dieser Betrag darf nicht überschritten werden – sonst scheidet das Haushaltsscheckverfahren aus.

Anhand dieser Angaben berechnet die Minijobzentrale die monatlich anfallenden Abgaben und zieht diese gesammelt zwei Mal im Jahr von Ihrem Konto ein – ein Mal im Juli und ein Mal im Dezember, immer für das vergangene Halbjahr. Für Sie als Arbeitgeber fallen derzeit folgende Beiträge und Umlagen an:

  • 5 Prozent Krankenversicherung
  • 5 Prozent Rentenversicherung
  • 2 Prozent Pauschalsteuer
  • 1,6 Prozent pauschale Unfallversicherung
  • 0,9 Prozent Umlage U1 (Aufwendungen Krankheit)
  • 0,19 Prozent Umlage U2 (Aufwendungen Mutterschaft)

Steuerregeln beim Minijob für Sie als Arbeitgeber

Steuerlich gesehen begründen Sie ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis, wenn Sie für die Erledigung von haushaltsnahen Dienstleistungen einen Minijob vergeben. Die entsprechenden Kosten – zum Beispiel das Arbeitsentgelt, die Sozialversicherungsbeiträge, die abgeführten Umlagen, die Lohnsteuer und ggf. die Kirchensteuer – können Sie in Ihrer Steuererklärung ansetzen (gem. § 35a EStG). Zum korrekten Nachweis Ihrer Aufwendungen erhalten Sie von der Minijobzentrale eine Bescheinigung über die Höhe der gezahlten Beträge im abgelaufenen Kalenderjahr.

Das Finanzamt verrechnet dann 20 Prozent der jährlichen Gesamtaufwendungen, maximal jedoch 510 Euro, direkt mit Ihrer Einkommensteuerschuld. Das heißt, der ermittelte Abzugsbetrag vermindert unmittelbar die von Ihnen zu zahlende Einkommensteuer.

Tipp:

Die Kosten für Ihre private Haushaltshilfe können Sie auch dann in der Steuererklärung ansetzen, wenn Sie weitere Rechnungen für gelegentliche haushaltsnahe Dienstleistungen berücksichtigen lassen, wie für die Arbeit eines Fensterputzers oder Gärtners.