Rente & Vorsorge

Rentenerhöhung 2021: plötzlich steuerpflichtig?

Wie bereits in den Vorjahren, wurde auch 2021 der Rentenwert zum 1. Juli aktualisiert und der Lohnentwicklung angepasst – zumindest in den östlichen Bundesländern. Vorsicht: Mit der Anhebung der Rente rutschen viele zum ersten Mal in die Steuerpflicht und müssen eine Steuererklärung abgeben.

Ein älteres Ehepaar sitzt auf einer Bank; der Mann hat seinen Arm um die Frau gelegt. Sie schauen beide in die Ferne und lächeln zufrieden. Im Hintergrund sind verschwommen Lampen, Fahrräder und andere Bänke zu sehen.

Die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen haben sich bei der diesjährigen Rentenerhöhung zum 1. Juli 2021 deutlich bemerkbar gemacht. Sind die Renten zuletzt erheblich gestiegen, gibt es 2021 keine bzw. nur geringe Steigerungen: Im Osten sind es lediglich 0,72 Prozent und im Westen bleiben die bisherigen Beträge bestehen. Wie hoch Ihre individuelle Rente ausfällt, entnehmen Sie Ihrer Rentenanpassungsmitteilung.

Auch wenn Sie sich dieses Mal nicht über eine üppige Rentensteigerung freuen können, ist es trotzdem möglich, dass Sie – wie in den letzten Jahren auch viele andere Rentner – durch die Rentenerhöhung in die Steuerpflicht rutschen und eine Steuererklärung abgeben müssen.

Ob und wie viel Rente versteuert wird, hängt von der Höhe des Gesamteinkommens und vom Jahr des Renteneintritts ab. In folgenden Fällen müssen Sie dann meist auch eine Steuererklärung einreichen:

  • Sie erhalten eine Riester- oder eine Betriebsrente.
  • Sie beziehen Witwenrente.
  • Sie haben weitere Einkünfte, zum Beispiel aus einer Vermietung.

Rentenbesteuerung: die wichtigsten Fragen und Antworten

Warum werden Renten überhaupt besteuert?

Renten zählen zu den steuerpflichtigen Einkünften – so wie alle anderen Einkünfte, die man beispielsweise aus Arbeit oder Vermietung hat. Ob auf die Rente tatsächlich eine Steuer zu zahlen ist, hängt aber vom Einzelfall ab.

Was ist für den Einzelfall wichtig?

Für die Rentenbesteuerung ist im Einzelfall wichtig, seit wann die Rente gezahlt wird. Dieser Zeitpunkt bestimmt jenen Rentenanteil, der steuerpflichtig ist – den sogenannten Besteuerungsanteil.

Steigt dieser Besteuerungsanteil stetig an?

Ja. Bei Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, die 2005 oder früher begonnen haben, sind 50 Prozent der Renten steuerpflichtig. Der Besteuerungsanteil steigt dann für jeden neuen Rentenjahrgang, auch Kohorte genannt, an. Wer 2020 in den Ruhestand ging, musste bereits 80 Prozent versteuern.

Gibt es denn den Grundfreibetrag auch für Rentner?

Ja, Rentnern steht der gleiche Grundfreibetrag zu, wie allen anderen Steuerbürgern auch. Dieser lag 2020 bei 9.408 Euro pro Jahr für Alleinstehende und 18.816 Euro für Ehepaare. 2021 steigt der Grundfreibetrag für Ledige auf 9.744 Euro an und für Ehepartner auf 19.488 Euro. Liegt man mit seinem zu versteuernden Einkommen unter diesem Grundfreibetrag, sind keine Steuern zu zahlen.

Was kann man tun, wenn der Grundfreibetrag überschritten wird?

Dann sollten Sie unbedingt prüfen, welche Kosten Sie in der Steuererklärung ansetzen können, um Ihre Steuerlast zu senken. Folgende Aufwendungen berücksichtigt das Finanzamt beispielsweise:

  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
  • Spenden
  • außergewöhnliche Belastungen, wie Krankheitskosten oder Aufwendungen für die Heimunterbringung
  • Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung entsprechend dem vorliegenden Grad der Behinderung
  • Arbeitsleistung bei Handwerkerkosten
  • haushaltsnahe Dienstleistungen
  • Teile der Nebenkostenabrechnung von der Wohnung
Was passiert, wenn trotz Abgabepflicht keine Steuererklärung eingereicht wird?

Dann kann das Finanzamt zu Steuernachzahlungen auffordern und je nach Höhe der Nachzahlungen Verspätungszuschläge verhängen. Achtung: Steuernachzahlungen werden nach einer Karenzzeit mit sechs Prozent jährlich verzinst. Wenn Sie also unsicher sind, ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen, sollten Sie sich lieber beraten lassen.

Tipp:

Sie sind Rentner und haben einen Minijob? Dieser bleibt steuerfrei, auch wenn Ihre übrigen Einkünfte steuerpflichtig sind.

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