Rente & Vorsorge

8 Steuertricks für Rentner

Immer mehr Rentner müssen Steuern zahlen, dadurch wird ihr geringes Einkommen zusätzlich belastet. Der Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland e. V. (Steuerring) zeigt, was Betroffene in ihrer Steuererklärung ansetzen können, um ihre Steuerlast zu senken.

Eine Gruppe älterer Männer spricht und lacht zusammen.

Werbungskosten
Vom steuerpflichtigen Teil der Rente zieht das Finanzamt automatisch eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 102 Euro ab. Sind Ihre Ausgaben höher, lohnt es sich, diese in der Anlage R der Steuererklärung einzeln nachzuweisen. Absetzbar sind u. a.: Steuerberatungskosten, Gewerkschaftsbeiträge, Rechtsberatungs- und Prozesskosten zur Klärung von Rentenansprüchen sowie Kontoführungsgebühren eines Girokontos, die auf Rentenüberweisungen entfallen – pauschal sind das 16 Euro.

Altersentlastungsbetrag
Nach Vollendung des 64. Lebensjahres erhalten Sie auf verschiedene Einkünfte wie Vermietung und Verpachtung, Kapitalerträge und Lohneinkünfte aufgrund einer aktiven Beschäftigung einen Altersentlastungsbetrag. Die Höhe richtet sich nach dem Jahr, in dem Sie 64 Jahre alt wurden. War dies z. B. im Jahr 2014 der Fall, dann beläuft sich der Entlastungsbetrag auf 25,6 Prozent der begünstigten Einkünfte, max. 1.216 Euro. Bei einer früheren Vollendung des 64. Lebensjahrs kann der Entlastungsbetrag bis 1.900 Euro betragen. Wichtig: Für Renten oder Versorgungsbezüge (z. B. Betriebsrenten) wird der Altersentlastungsbetrag nicht gewährt.

Kapitalerträge
Geben Sie in Ihrer Steuererklärung immer alle Kapitalerträge an. Nur dann kann das Finanzamt überprüfen, ob Sie von der (bei der Bank gezahlten) Kapitalertragsteuer etwas zurückerhalten. Die Bank berücksichtigt den Altersentlastungbetrag nicht, er kann nur vom Finanzamt mit Abgabe einer Steuererklärung gewährt werden. Tipp: Achten Sie auf die Höhe der erteilten Freistellungsaufträge – Alleinstehende haben auf max. 801 Euro Anspruch und Eheleute auf max. 1.602 Euro.

Vorsorgeaufwendungen
Hierzu gehören z. B. Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung, Unfallversicherungen, Haftpflichtversicherung (PKW, privat oder für ein Haustier) und Sterbegeldversicherungen. Vergessen Sie nicht die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, welche die Rentenversicherung direkt einbehält.

Spenden
Spenden für kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Zwecke dürfen Sie in Höhe von bis zu 20 Prozent der persönlichen Einkünfte geltend machen. Beträge bis zu 200 Euro erkennt das Finanzamt auch ohne Spendenbescheinigung an – reichen Sie einfach den Kontoauszug mit ein.

Arznei- und Heilmittel
Medikamente, welche die Krankenkasse nicht zahlt, können steuerlich berücksichtigt werden. Voraussetzung: Auch für nicht verschreibungspflichtige Medikamente muss ein Rezept vom Arzt vorliegen. Gleichermaßen erkennt der Fiskus verordnete Heilmittel wie Massagen oder Krankengymnastik als außergewöhnliche Belastung an. Kosten für Heilpraktiker sind generell steuerlich absetzbar.

Krankenhaus- und Kuraufenthalt
Bei einem Krankenhausbesuch übernimmt die Krankenkasse regelmäßig die gesamten Kosten. Für jeden Tag des Aufenthalts muss jeder Patient eine Eigenbeteiligung von zehn Euro zahlen, diese ist steuerlich absetzbar. Wenn eine Kur oder eine Reha-Maßnahme von der Krankenkasse genehmigt wird, gilt die Regelung ebenfalls.

Für eine Kur ohne Genehmigung ist ein amtsärztliches Attest nötig. Wenn jemand ohne Attest freiwillig eine Kur macht, darf er die Unterkunfts- und Verpflegungskosten nicht absetzen. Dafür aber die Eigenanteile für physikalische oder ärztliche Maßnahmen. Es gibt immer mehr Rentner, die einen sogenannten Kurlaub machen. Sie fahren in eine schöne Einrichtung, zahlen dort selbst, bringen aber mehrere Rezepte ihres Arztes mit und lösen diese am „Kurlaubsort“ ein.

Haushaltshilfen und Handwerker
Werden typische Hausarbeiten wie Waschen, Putzen, Kochen oder Gärtnern, aber auch Pflege- und Betreuungsleistungen für Sie übernommen, können Sie diese steuerliche geltend machen. Haushaltsnahe Dienstleistungen sind mit 20 Prozent, aber höchstens 4.000 Euro begünstigt. Ist die Haushaltshilfe auf 450-Euro-Basis beschäftigt (Minijob) sinkt der Höchstbetrag auf 510 Euro. Bei Handwerkerleistungen erkennt der Fiskus ebenfalls 20 Prozent der Kosten an, es können aber maximal 1.200 Euro von der Steuerlast abgezogen werden. Achtung: Barzahlungen sind nicht begünstigt!

Ihnen ist das alles zu kompliziert? Dann wenden Sie sich an den Steuerring. Auf der Internetseite des Vereins unter www.steuerring.de gibt es eine Suchfunktion, bei der die nächstgelegene Beratungsstelle angegeben wird. Ein Infotelefon (0800/9784 800) steht kostenfrei zur Verfügung.