Krankheit & Behinderung

Pflegepauschbetrag: Wie ist der Abzug geregelt?

Persönliche Pflege und Pflegeaufwendungen werden im Einkommensteuerrecht an unterschiedlichen Stellen durch einen Abzug gefördert – u. a. über einen Pflegepauschbetrag. Dieser beläuft sich auf jährlich 924 Euro und gehört zu den außergewöhnlichen Belastungen.

Alte Hände die von jüngeren gehalten werden.

Den Pflegepauschbetrag können Sie beantragen,  wenn Sie eine hilflose Person im eigenen Haushalt oder im Haushalt des Betroffenen persönlich betreuen. Hilflos im Sinne der Steuervorschrift ist jemand, wenn im Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen „H“ vermerkt ist oder die Pflegeversicherung die Pflegestufe III bescheinigt. Dabei kann es sich um den Ehegatten oder ein Kind handeln.

Die Pflege muss unentgeltlich erfolgen. Nach der Formulierung im Einkommensteuergesetz darf die pflegende Person für die Versorgung keine Einnahmen erhalten. Eine treuhänderische Verwaltung des Pflegegeldes ist aber möglich. Ausnahme: Handelt es sich bei der betroffenen Person um ein Kind und das Pflegegeld wird an die Eltern gezahlt ist dies unschädlich.

Sind mehrere Leute an der Versorgung beteiligt erfolgt eine Aufteilung des Jahresbetrages von 924 Euro nach der Anzahl der Pflegenden. In welchem Umfang sich die Beteiligten dabei einbringen ist ohne Bedeutung. Sonderfall: Pflegen z. B. zwei Personen (A und B), Person A erhält hierfür Einnahmen (keine Berechtigung) und Person B tut dies unentgeltlich, erhält B den Pauschbetrag in voller Höhe.

Liegen die Voraussetzungen nur für einen Teil des Jahres vor erfolgt keine zeitanteilige Kürzung. Werden mehrere Personen gepflegt kann der Pauschbetrag unter Berücksichtigung der Voraussetzungen auch mehrfach gewährt werden.

Tipp: Alternativ zum Pflegepauschbetrag können Sie die tatsächlichen Aufwendungen als allgemeine außergewöhnliche Belastungen ansetzen. Allerdings erfolgt hier eine Kürzung um die zumutbare Belastung. Trotzdem kann eine Vergleichsrechnung lohnen.