Steuer-1x1Arbeit & Ausbildung

Unfallkosten steuerlich absetzbar

Unmengen von Schnee, glatte Straßen, vereiste Wege … aktuell herrscht Winterchaos, vor allem in Teilen Bayerns, aber auch in anderen Gebieten. Wer dadurch auf dem Arbeitsweg in einen Autounfall gerät, kann die Kosten eventuell steuerlich absetzen.

Ein Mann mit Mütze, Handschuhen und dicker Jacke kniet auf einer schneebedeckten Straße und stellt ein Warndreieck auf. Hinter ihm steht sein Auto mit geöffneter Tür und Kofferraum. Es fällt viel Schnee.

Um die Kosten, die bei einem Autounfall entstehen, in der Steuererklärung geltend zu machen, gibt es eine wichtige Voraussetzung: Der Unfall passiert während einer beruflich bedingten Fahrt – also auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, bei einer Auswärtstätigkeit oder bei einer anderen beruflichen Fahrt. Dann erkennt das Finanzamt die Kosten als abzugsfähige Werbungskosten an. Aber: Der Fiskus berücksichtigt die Aufwendungen nicht, wenn sich der Unfall auf einem Umweg ereignet, den Sie aus privaten Gründen fahren.

Folgende Kosten mindern Ihre Steuerlast:

  • Reparaturkosten
  • die Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung
  • Auslagen für die Selbstregulierung
  • Schäden an privaten Gegenständen
  • Aufwendungen für Gutachter, Anwalt und Gericht
  • sonstige Auslagen, die im Zusammenhang mit dem Unfall anfallen, wie Fahrtkosten oder Portobeträge

Die Kosten, die bei der Schadensbeseitigung entstehen, lassen sich in der Steuererklärung komplett ansetzen. Versicherungsleistungen und Ersatzzahlungen müssen Sie jedoch gegenrechnen.

Bei einem Totalschaden, der nicht repariert wird, erfolgt eine sogenannte Absetzung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung (AfaA). Achtung: Maßgebend für die AfaA ist immer der Buchwert des Fahrzeuges und nicht der Marktpreis, zu dem Sie Ihr Auto theoretisch hätten verkaufen können. Auch in diesem Fall sind erhaltene Geldbeträge, beispielsweise nach einer „Wagen-Ausschlachtung“, vom Buchwert abzuziehen.

Tipp:

Seit dem Steuerjahr 2017 gilt die Belegvorhaltepflicht – die Unfallnachweise müssen Sie daher zunächst nicht beim Finanzamt einreichen. Oftmals fordert das Finanzamt jedoch im Nachgang Informationen an, wie Einzelheiten zum Unfalltag und -Zeitpunkt, Polizeiprotokolle oder Rechnungen. Sammeln Sie also zur Sicherheit alle wichtigen Unterlagen rund um den Autounfall auf dem Arbeitsweg.