Familie & LebenArbeit & Ausbildung

Studium und Ausbildung: Wann der Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibetrag erlischt

Während der Berufsausbildung von Kindern entstehen oftmals hohe Kosten. Zur finanziellen Entlastung können Eltern das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag nutzen. Aber aufgepasst: Unter bestimmten Umständen entfällt der Anspruch darauf.

Eine junge Frau mit braunen, lockigen Haaren sitzt in der Bibliothek an einem Schreibtisch. Sie schaut auf den aufgeklappten Laptop und trägt Kopfhörer. In ihrer Hand hält sie ein Buch, auch um sie herum sind Bücher zu erkennen.

Kindergeld und Kinderfreibetrag sind im Einkommensteuergesetz geregelt: Grundsätzlich erhalten diese Unterstützung alle Familien mit Kindern bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Ist Ihr Kind älter als 18 Jahre? Dann haben Sie weiterhin Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag, während Ihr Kind eine Berufsausbildung macht. Die Ausbildung an einer Hochschule startet beispielsweise mit dem offiziellen Semesterbeginn und endet mit der ordentlichen Exmatrikulation.

Steuerliche Begünstigung von Kindern nur bei ernsthafter Berufsausbildung – nicht bei Scheinstudium

Achtung: Ihr Kind muss wirklich studieren oder seiner Ausbildung nachgehen, damit Sie das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten. Es gibt Anhaltspunkte, dass sich Ihr Kind beispielsweise für ein Studium eingeschrieben hat, diesem aber nicht ernsthaft und hinreichend nachgeht? Dann besteht nur eine Pro-forma-Immatrikulation, auch Scheinstudium genannt – und steuerlich gesehen liegt damit keine Berufsausbildung vor. Ein Anhaltspunkt dafür kann zum Beispiel sein, dass sich Ihr Kind nicht am Studienort aufhält, Studienaufgaben nicht erfüllt oder die Vorlesungen nicht besucht.

Auch wenn Ihr Kind nicht zur Prüfung erscheint, seinen Prüfungsanspruch verliert und deshalb zwangsexmatrikuliert wird, heißt das für Sie: Der Anspruch auf das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag entfällt.

Lässt sich Ihr Kind aktiv vom Studium beurlauben oder von der Teilnahme an Vorlesungen befreien, gilt das Studium als unterbrochen – auch wenn Ihr Kind währenddessen weiterhin immatrikuliert bleibt. Sie erhalten dann weder Kindergeld noch den Kinderfreibetrag. Nur eine Unterbrechung aus folgenden Gründen hat keine Auswirkungen auf Kindergeld und Freibetrag:

  • Prüfungsvorbereitungen
  • Krankheit oder Mutterschaft
  • Durchführung von Praktika

Mit dem 25. Lebensjahr des Kindes erlischt grundsätzlich jeder Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibetrag. Das ist selbst dann der Fall, wenn die Ausbildung noch nicht offiziell beendet ist oder Ihr Kind noch keine Prüfung abgelegt hat.

Tipp:

Muss das Kind eine Wiederholungsprüfung ablegen, gehören sowohl die Vor- als auch Nachbereitungszeit zur Berufsausbildung. Allerdings wird auch dann erwartet, dass die Prüfungsvorbereitungen ernsthaft erfolgen. Deshalb sollten Sie als Eltern geeignete Nachweise über die Lerntätigkeit Ihres Kindes sammeln – und diese im Notfall dem Finanzamt vorlegen.