Arbeit & Ausbildung

Steuererklärung während der Ausbildung

Lohnt sich eine Steuererklärung für Auszubildende? Was müssen junge Berufseinsteiger dabei beachten? Und welche Folgen ergeben sich durch die Ausbildung für das Kindergeld? Derlei Fragen stellen sich neue Azubis und deren Eltern jedes Jahr um diese Zeit. Der Steuerring liefert die wichtigsten Antworten.

Eine junge Frau und ein junger Mann laufen einer Gruppe voran auf einem Hof vor einem großen Gebäude entlang. Sie tragen Rucksäcke auf den Schultern und Unterlagen in den Händen. Beide lächeln und sehen zufrieden aus. Die restlichen Personen im Hintergrund sind verschwommen.

Grundsätzlich gilt: Wenn der Azubi, abgesehen von seinem Ausbildungsgehalt, kein Geld durch einen weiteren Job verdient, ist die Steuererklärung freiwillig. Oftmals lohnt sich aber die Mühe einer freiwilligen Abgabe – denn anfallende Kosten lassen sich über eine Steuererklärung zurückholen.

Steuern zahlen während der Ausbildung

Während seiner Ausbildung bekommt der Auszubildende eine sogenannte Ausbildungsvergütung. Dabei handelt es sich um einen Bruttoarbeitslohn, also um Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit. Für die Lohnabrechnung benötigt der Ausbildungsbetrieb das Geburtsdatum und die 11-stellige Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID).

Ist der Auszubildende ledig und hat er kein weiteres Arbeitsverhältnis, erhält er die Steuerklasse 1. Steuerabzüge erfolgen, sobald das monatliche Ausbildungsgehalt mehr als 1.050 Euro beträgt – oder es Sonderzahlungen gibt, also zum Beispiel Weihnachtsgeld. Neben den gesetzlichen Sozialabgaben, führt der Arbeitgeber dann zusätzlich Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an das Finanzamt ab. Übrig bleibt der Nettolohn.

Steuern zurückholen mit der Steuererklärung

Das abgeführte Geld ist aber oft nicht verloren. Wie jeder Arbeitnehmer kann ein Auszubildender nach Ablauf des Jahres eine Steuererklärung einreichen und auf eine Rückzahlung hoffen.

Dabei spielen die Werbungskosten eine wichtige Rolle: Auch Azubis erhalten für beruflich veranlasste Kosten die Werbungskosten-Pauschale von jährlich 1.000 Euro. Achtung: Diese wird bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Häufig sind die tatsächlichen Aufwendungen aber höher, beispielsweise durch Fahrten zum Ausbildungsbetrieb und zur Berufsschule oder durch den Kauf von Fachbüchern. Wer höhere Werbungskosten als 1.000 Euro im Jahr hat, kann durch detaillierte Angaben in der Steuererklärung sein steuerpflichtiges Einkommen mindern und Geld vom Finanzamt erstattet bekommen – aber nur, wenn es im Vorfeld tatsächlich steuerliche Abzüge gab.

Kindergeld und weitere Steuervorteile während der Ausbildung

Auch während der Ausbildung gilt: Kindergeld wird grundsätzlich bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt. Handelt es sich um die erste Ausbildung, spielen eventuelle Nebentätigkeiten des Kindes keine Rolle. Bei einer zweiten Ausbildung kann die Familienkasse den Umfang einer möglichen weiteren Tätigkeit des Kindes prüfen: Kindergeld gibt es dann nur, wenn das Kind neben seiner Zweitausbildung nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeitet.

Abgesehen vom Kindergeld erhalten Eltern mit Kindern in der Ausbildung zusätzliche Steuervorteile:

  • den Ausbildungsfreibetrag bis maximal 924 Euro im Jahr, vorausgesetzt das volljährige Kind wohnt während der Ausbildung nicht mehr zu Hause,
  • den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende mit Kindergeldanspruch, solange das Kind im gleichen Haushalt gemeldet ist und dort keine weitere volljährige Person wohnt,
  • die Kinderzulage bei Riesterverträgen.

Tipp:

Die vom Kind gezahlten Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung können – statt vom Kind – auch von den Eltern in ihrer eigenen Steuererklärung angegeben werden. Das bringt den Eltern oft einen zusätzlichen Steuerbonus.