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Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen in der Steuererklärung absetzen

Viele nutzen aktuell die freie Zeit in der Corona-Krise, um ihren alljährlichen „Frühjahrsputz“ mit Garten- und Renovierungsarbeiten zu erledigen. Sie holen sich dafür Hilfe? Dann unterstützt Sie das Finanzamt mit einem Steuerbonus von 20 Prozent auf die anfallenden Arbeitskosten.

Ein Kleinkind gießt mit einer Gießkanne ein Tulpenbeet. Das Tulpenbeet liegt an einer Hauswand. Das Kind trägt eine Hose, ein T-Shirt, eine Sonnenbrille und einen Hut. Im Vordergrund ist verschwommen eine Wiese zu erkennen.

Bei Haus- sowie Gartenarbeiten, die Sie von bezahltem Personal erledigen lassen, sollten Sie zwischen haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen unterscheiden (gem. §35a EStG). Denn: Das Finanzamt fördert diese beiden Leistungen bei Abgabe der Steuererklärung mit einem unterschiedlichen Höchstbetrag.

Haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind Tätigkeiten, die Haushaltsangehörige gewöhnlich selbst durchführen können – jedoch andere Personen damit beauftragen. Bei Ihrem „Frühjahrsputz“ sind das zum Beispiel Gartenarbeiten, wie die Pflege des Rasens oder das Umgraben des Gemüsebeets. Ob Sie für diese haushaltsnahen Dienstleistungen einen selbstständigen Gärtner, einen Gartenbaubetrieb oder gar eine Privatperson engagieren, ist für das Finanzamt nebensächlich. Ebenso ist es dem Finanzamt gleichgültig, ob es sich um eine Neuanlage oder eine Umgestaltung des Gartens handelt.

Der Fiskus unterstützt Sie mit einer Steuerermäßigung von 20 Prozent der Arbeitsleistung, zu der auch Fahrt- und Maschinenkosten gehören. Die haushaltsnahen Dienstleistungen können Sie bis zu einem jährlichen Gesamthöchstbetrag von 20.000 Euro absetzen – die maximal mögliche Steuerermäßigung beläuft sich damit auf 4.000 Euro. Materialkosten, wie Saatgut oder Erde, berücksichtigt das Finanzamt dabei nicht.

Handwerkerleistungen von der Steuer absetzen

Im Gegensatz zu den haushaltsnahen Dienstleistungen werden die sogenannten Handwerkerleistungen im und ums Haus immer von geschulten Fachkräften übernommen. Dazu zählen beispielsweise Fensterrenovierungen, die Wartung der Heizungsanlage oder der Austausch von Bodenbelägen auf der Terrasse nach einem stürmischen Winter.

Auch für diese Arbeiten gewährt das Finanzamt eine 20-Prozent-Ermäßigung auf die Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten. Verglichen mit den haushaltsnahen Dienstleistungen können Sie Handwerkerkosten nur bis zu 6.000 Euro ansetzen. So ergibt sich ein maximaler Steuerbonus von 1.200 Euro.

Die Kosten für Handwerkerleistungen werden in der Regel ausschließlich bei bestehenden Immobilien berücksichtigt und nicht bei Neubauten. Restarbeiten an fertiggestellten Neubauten können Sie aber in manchen Fällen steuerlich geltend machen.

Hinweis:

Erhalten Sie einen steuerfreien Zuschuss für Ihre Handwerkerleistungen, können Sie die Aufwendungen nicht in der Steuererklärung absetzen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen: Bezahlen der Kosten

Sie möchten nun die haushaltsnahen Dienstleistungen und die Handwerkerleistungen in Ihrer Steuererklärung ansetzen? Dann beachten Sie zwei wichtige Hinweise bei der Bezahlung:

  • Fordern Sie für die durchgeführten Arbeiten eine Rechnung an, auf der die Materialkosten getrennt von den Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten aufgelistet sind.
  • Überweisen Sie immer den Rechnungsbetrag, denn: Das Finanzamt begünstigt keine Barzahlungen.

Ihre Kosten berücksichtigt das Finanzamt dann für das Kalenderjahr, in dem die Zahlung tatsächlich erfolgt ist – nicht für das Jahr, in dem die Arbeiten durchgeführt wurden.

Tipp:

Sie wollen Ihre freie Zeit nicht auch noch mit der Steuererklärung verbringen? Dann kommen Sie doch zum Steuerring. Mit unserer Beratungsstellensuche finden Sie ganz einfach einen persönlichen Berater in Ihrer Nähe.