Arbeit & Ausbildung

Ferienjobs: Steuern und Sozialversicherungsbeiträge

Bald fangen überall die Sommer- und Semesterferien an. Anstatt die freie Zeit zu genießen, verdienen sich viele Studenten und Schüler oftmals lieber etwas Taschengeld dazu. Für Ferienjobs gibt es verschiedene Arbeitsmodelle. Wie wirken sich diese auf die Lohnsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge aus?

Steuern und Sozialversicherungsbeiträge beim Minijob

Arbeiten Schüler oder Studenten in einem Minijob, fallen weder Lohnsteuer noch Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an. Mit einem schriftlichen Antrag können Sie sich außerdem von der Rentenversicherung befreien. Als Minijob gilt eine Tätigkeit, wenn:

  • Das monatliche Gehalt maximal 450 Euro beträgt.
  • Die Tätigkeit das ganze Jahr über erfolgt und dabei die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro nicht überschritten wird.

Steuern und Sozialversicherungsbeiträge bei kurzfristiger Beschäftigung

Sie arbeiten als Schüler oder Student lediglich während der Schul- bzw. Semesterferien und das monatliche Gehalt übersteigt 450 Euro? Dann handelt es sich um eine kurzfristige Beschäftigung, vorausgesetzt:

  • Die Tätigkeit ist im Vorfeld auf 70 Arbeitstage im Jahr begrenzt.
  • Der Job ist auf drei Monate befristet.

Achtung: Wie schon im Vorjahr wurden vom 1. März 2021 bis 31. Oktober 2021 die Zeitgrenzen aufgrund der Corona-Pandemie angehoben: von 70 auf 102 Arbeitstage und von drei auf vier Monate.

Unabhängig von Höhe und wöchentlicher Stundenzahl bleibt der Verdienst bei einer kurzfristigen Beschäftigung sozialversicherungsfrei. Die Lohnsteuer hingegen muss gezahlt werden – entweder mit Ihrem individuellen Steuersatz oder Ihr Arbeitgeber führt einen Pauschalbetrag von 25 Prozent Ihres Gehalts an das Finanzamt ab.

Steuern und Sozialversicherungsbeiträge beim Midijob

Von einem Midijob spricht man, sobald Schüler oder Studenten regelmäßig mehr als 450 Euro monatlich verdienen – aber höchstens 1.300 Euro. Innerhalb dieses Bereichs zahlen Arbeitnehmer geringere Sozialversicherungsbeiträge als bei einer „normalen“ sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit.

Midijobs sind lohnsteuerpflichtig. Die Lohnsteuer wird nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen erhoben. Dabei ist vor allem die Lohnsteuerklasse relevant: Bei den Steuerklassen I bis IV ergibt sich jedoch erst oberhalb von 1.000 Euro ein Steuerabzug. Bei den Steuerklassen V und VI fällt die Lohnsteuer bereits ab 450,01 Euro an.

Steuern und Sozialversicherungsbeiträge bei einer Tätigkeit als Werkstudent

Von einer Befreiung der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge profitieren Studenten, die sich als Werkstudenten anstellen lassen und während des Semesters maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten. Die Rentenversicherungsbeiträge müssen Sie hingegen ganz normal zahlen. Die zeitliche Begrenzung auf 20 Stunden entfällt während der Semesterferien.

Achtung: Studenten, die ein duales Studium absolvieren, fallen nicht unter diese Begünstigung. Sie werden steuerlich wie Normalbeschäftigte angesehen und sind somit sozialversicherungspflichtig.

Tipp:

Für das Kindergeld spielt der Verdienst während der Ferienzeit keine Rolle. Aber: Wenn man bereits eine abgeschlossene Erstausbildung hat, darf die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden betragen – sonst erlischt der Kindergeldanspruch. Diese 20-Wochenstunden-Grenze darf der Jobber bis zu zwei Monate im Jahr überschreiten, wenn er sie im Jahresdurchschnitt einhält.

Sie müssen Steuern zahlen? Dann lohnt sich in den meisten Fällen die Abgabe einer Einkommensteuererklärung im Folgejahr, da Sie mit einer Rückerstattung rechnen können. Wer keine Zeit oder Lust hat, sich selbst um seine Steuererklärung zu kümmern, dem hilft der Steuerring – gerne auch Studenten, Auszubildenden und Berufsanfängern.