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Ein Kinderspiel: Kinderbetreuungskosten richtig absetzen

Einige Regelungen des Einkommensteuergesetzes (EStG) senken die Steuerlast für Familien. So sind z. B. die Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben unter bestimmten Voraussetzungen abzugsfähig.

Fünf Kinder mit Sonnenbrillen liegen auf einer Wiese, sie stützen sich auf Ihre Hände auf und lachen fröhlich in die Kamera.

Kinderbetreuungskosten sind Aufwendungen, die durch eine persönliche Betreuung des Kindes entstehen. Hierzu zählt die Kinderbetreuung im Haushalt; genau wie die Beiträge für Kindertagesstätten und den Kindergarten oder die Ausgaben für eine zusätzliche Betreuung in der Grundschule. Kostenbestandteile für die Verpflegung des Kindes dürfen allerdings nicht mit einberechnet werden.

Das Finanzamt erstattet zwei Drittel all dieser Kosten, höchstens jedoch 4.000 Euro je Kind (gem. § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG). Um den Höchstbetrag auszuschöpfen, sind also 6.000 Euro an Aufwendungen erforderlich.

Voraussetzung für den Abzug ist, dass das steuerlich zu berücksichtigende Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Eine Ausnahme gibt es für Kinder mit Behinderung: Deren Betreuungskosten werden ohne Altersbeschränkung abgezogen – wenn sich das Kind aufgrund seiner Behinderung nicht selbst unterhalten kann und die Behinderung bereits vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist.

Es gibt aber auch Einschränkungen: Aufwendungen für den Nachhilfeunterricht und für die Vermittlung besonderer Fähigkeiten (z. B. Gebühren für eine Musikschule) zählen nicht zu den Kinderbetreuungskosten. Ebenso wenig sind Mitgliedsbeiträge für den Sportverein, für sportliche und andere Freizeitbetätigungen oder die Kosten für ein Ferienlager begünstigt.

Ganz wichtig: Für alle abzugsfähigen Aufwendungen benötigen Sie eine Rechnung, die Sie bargeldlos per Überweisung begleichen. Zulässig ist ebenso ein Dauerauftrag oder ein Lastschriftmandat, z. B. für die Kita-Gebühren. Anstelle einer Rechnung gilt dann der jeweilige Gebührenbescheid.

Tipp:

Manchmal betreut ein Großelternteil die Enkelkinder. Zahlen Sie den Großeltern die Anfahrt, gehören die entsprechenden Ausgaben zu den Kinderbetreuungskosten. Voraussetzung ist aber auch hier, dass die Großeltern für die Fahrtkosten eine Rechnung erstellen und der Rechnungsbetrag überwiesen wird.

Finden die Fahrten mit dem PKW statt, sollten nicht mehr als 30 Cent für den gefahrenen Kilometer berechnet werden. Für die Großeltern sind dann die erstatteten Aufwendungen ein „durchlaufender Posten“, da kein Gewinn verbleibt.