Steuer-1x1

Zufluss- und Abflussprinzip zum Jahreswechsel beachten

Generell werden Einnahmen und Ausgaben in dem Jahr steuerlich berücksichtigt, in dem sie auch tatsächlich zugeflossen sind (Einnahmen) bzw. geleistet wurden (Ausgaben). Daher sollten Sie sich genau überlegen, wann Sie welche Rechnung begleichen, denn so können Sie zum Jahreswechsel noch Geld sparen. Nur für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen oder Ausgaben gilt ein Zeitraum von zehn Tagen vor Ende des alten und nach Beginn des neuen Jahres.

Taschenrechner mit der Zahl 2018 im Display, darunter liegen Geldscheine

Beispiel Krankheitskosten:
Krankheitskosten gehören zu den außergewöhnlichen Belastungen. Sie werden dem Jahr steuerlich zugerechnet, in dem die Zahlung tatsächlich erfolgt - der Zeitraum der ärztlichen Behandlung oder das Rechnungsdatum sind ohne Bedeutung. Auch wenn solche Kosten jedes Jahr anfallen, handelt es sich nicht um regelmäßige Zahlungen, für die der Zehntageszeitraum gilt. Das Finanzamt zieht von den gezahlten Aufwendungen eine zumutbare Belastung ab, die sich nach dem Einkommen, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder richtet.
Tipp: Begleichen Sie vorliegende Rechnungen des Jahres 2017 noch in diesem Jahr, wenn Sie dadurch die zumutbare Belastung überschreiten.

Beispiel Handwerkerleistungen:
Der Steuerbonus für Handwerkerleistungen beträgt 20 Prozent von maximal 6.000 Euro an Aufwendungen. Diese Steuerermäßigung wird im Jahr der Zahlung gewährt - auch hier spielt es keine Rolle, wann der Handwerker die Arbeiten durchgeführt oder die Rechnung gestellt hat.
Tipp: Haben Sie den Betrag von 6.000 Euro bereits erreicht und bekommen zum Jahresende eine weitere Handwerkerrechnung, sollten Sie mit dem Handwerker vereinbaren, dass Sie die Rechnung erst 2018 zahlen. Eine vergleichbare Überlegung gilt bei größeren geplanten Arbeiten im Jahr 2018: Wurde der Maximalbetrag in 2017 noch nicht erreicht, können Sie mit einer vorgezogenen Abschlagsrechnung das Ergebnis optimieren.

Beispiel Mieteinnahmen:
Bei Mieteinnahmen handelt es sich um regelmäßige Zahlungen. Dadurch greift der sogenannte Zehntageszeitraum. Das heißt: Regelmäßig wiederkehrende Zahlungen, die Sie innerhalb von zehn Tagen vor oder nach dem Jahreswechsel leisten, werden steuerlich nicht im Jahr der Zahlung berücksichtigt, sondern in dem Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Erhalten Sie als Vermieter die Miete für Januar 2018 bereits am 29.12.2017, rechnet der Fiskus die Einnahmen dem Steuerjahr 2018 zu.

Werbungskosten bei Arbeitnehmertätigkeit:
Das Finanzamt berücksichtigt bei Werbungskosten einen Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr.
Tipp: Falls Sie mit Ihren Aufwendungen den Pauschbetrag nicht oder nur knapp überschreiten, sollten Sie prüfen, ob Sie Zahlungen in das Jahr 2017 vorziehen oder erst 2018 vornehmen. Über die beiden Steuerjahre gesehen, kann sich dadurch eine höhere Steuerersparnis ergeben.