Steuer-1x1

Zufluss- und Abflussprinzip zum Jahreswechsel beachten

In der Einkommensteuererklärung stellen Sie, einfach gesagt, Ihre Einnahmen den Ausgaben gegenüber. Das Finanzamt handelt dann nach dem Zufluss-Abfluss-Prinzip. Dieses ist, genau wie die 10-Tage-Regelung, oftmals kurz vor dem Jahresende entscheidend für den Steuerzahler.

Ein Mann im Jeanshemd sitzt an einem Schreibtisch, es ist lediglich der Oberkörper erkennbar. Mit seiner linken Hand wirft er Euro-Münzen in ein Glas und mit seiner rechten Hand schreibt er auf einen Block Notizen. Vor ihm liegt ein Taschenrechner.

Grundsätzlich berücksichtigt das Finanzamt Ihre Einnahmen und Ausgaben in dem Jahr, in dem sie auch tatsächlich zugeflossen sind (Einnahmen) bzw. geleistet wurden (Ausgaben). Dieses Vorgehen nennt sich Zufluss-Abfluss-Prinzip. Jedoch gilt für bestimmte Einnahmen oder Ausgaben die sogenannte Zehn-Tage-Regelung, die besagt: Regelmäßig wiederkehrende Zahlungen, die Sie innerhalb von zehn Tagen vor oder nach dem Jahreswechsel leisten, werden steuerlich nicht im Jahr der Zahlung abgesetzt – sondern in dem Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehören.

Tipp:

Überlegen Sie sich genau, wann Sie welche Rechnung begleichen, denn so können Sie in vielen Fällen zum Jahreswechsel noch Geld sparen.

Beispiel Krankheitskosten

Krankheitskosten gehören zu den außergewöhnlichen Belastungen. Sie werden dem Jahr steuerlich zugerechnet, in dem die Zahlung tatsächlich erfolgt – der Zeitraum der ärztlichen Behandlung oder das Rechnungsdatum sind ohne Bedeutung. Achtung: Auch wenn solche Kosten jedes Jahr anfallen, handelt es sich nicht um regelmäßige Zahlungen, für die der Zehntageszeitraum gilt.

Das Finanzamt zieht von den gezahlten Aufwendungen eine zumutbare Eigenbelastung ab, die sich nach dem Einkommen, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder richtet. Begleichen Sie vorliegende Rechnungen des Jahres 2019 am besten noch in diesem Jahr, wenn Sie dadurch Ihre zumutbare Belastung überschreiten.

Beispiel Handwerkerleistungen

Der Steuerbonus für Handwerkerleistungen beträgt 20 Prozent von maximal 6.000 Euro an Aufwendungen. Diese Steuerermäßigung wird im Jahr der Zahlung gewährt – auch hier spielt es keine Rolle, wann der Handwerker die Arbeiten durchgeführt oder die Rechnung gestellt hat.

Sie haben den Betrag von 6.000 Euro in diesem Jahr bereits erreicht und bekommen zum Jahresende eine weitere Handwerkerrechnung? Dann sollten Sie mit dem Handwerker vereinbaren, dass Sie die Rechnung erst 2020 zahlen. Eine vergleichbare Überlegung gilt bei größeren Arbeiten, die im Jahr 2019 starteten und erst in 2020 abgeschlossen werden: Wurde der Maximalbetrag in 2019 noch nicht erreicht, können Sie mit einer vorgezogenen Abschlagszahlung das Ergebnis optimieren.

Beispiel Mieteinnahmen 

Bei Mieteinnahmen handelt es sich um regelmäßige Zahlungen. Hier greift also die Zehn-Tage-Regelung: Das Finanzamt berücksichtigt die Geldbeträge für das Steuerjahr, auf das sie sich beziehen – wenn die Zahlungen zehn Tage vor Ende des alten oder nach Beginn des neuen Jahres geflossen sind. Erhalten Sie beispielsweise als Vermieter die Miete für Januar 2020 bereits am 27. Dezember 2019, rechnet der Fiskus die Einnahmen dem Steuerjahr 2020 zu.

Werbungskosten bei Arbeitnehmertätigkeit

Jedem Arbeitnehmer steht automatisch eine Werbungskosten-Pauschale in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr zu. Falls Sie mit Ihren Aufwendungen den Pauschbetrag nicht oder nur knapp überschreiten, sollten Sie prüfen, ob Sie bestimmte Zahlungen noch in das laufende Jahr 2019 vorziehen oder erst 2020 vornehmen. Über die beiden Steuerjahre gesehen, kann sich dadurch eine höhere Steuerersparnis ergeben.
 

Tipp:

Ihre Rechnungen sind beglichen, aber Sie tun sich mit der Steuererklärung schwer? Dann hilft Ihnen der Steuerring – alle Vorteile einer Mitgliedschaft finden Sie hier.