Wohnen & Vermieten

Umzugskostenpauschalen ab dem 1. Juni 2020 erneut geändert

Neuer Job, neuer Wohnort?! Bei einem Berufswechsel ziehen Menschen oftmals um – aber nicht immer übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für den Umzug. Immerhin können Sie die Aufwendungen teilweise als Werbungskosten in der Steuererklärung ansetzen. Achtung: Zwar wurden die Umzugskostenpauschalen erst Anfang März erhöht, aber zum 1. Juni 2020 haben sich die Pauschalen in wesentlichen Punkten erneut verändert.

Ein junger Mann und eine junge Frau sitzen auf dem Boden vor einer Wand in ihrer neuen Wohnung. Sie schauen nach oben, um sie herum stehen Umzugskisten. Bilder und Pflanzen.

Die Kosten für Ihren Umzug können Sie in Ihrer Steuererklärung als Werbungskosten unter zwei Bedingungen ansetzen: Zum einen muss der Umzug berufsbedingt sein und zum anderen darf ihr Arbeitgeber die Aufwendungen nicht steuerfrei erstatten.

Das Finanzamt unterscheidet dann grundsätzlich zwischen zwei Arten der Umzugskosten, nämlich den allgemeinen Umzugskosten und den sonstigen Umzugskosten.

Zu den allgemeinen Umzugskosten zählen zum Beispiel Besichtigungsfahrten zur neuen Wohnung oder Transportkosten. Diese Ausgaben müssen Sie einzeln nachweisen können, damit sie vom Finanzamt berücksichtigt werden.

Unter die sonstigen Umzugskosten fallen jene Aufwendungen, die schwer nachzuweisen sind oder die sich nur sehr aufwendig darstellen lassen, wie etwa die Gebühren für neue Kfz-Kennzeichen oder das Ummelden bei der Gemeinde. Für solche Ausgaben können Sie die Umzugskostenpauschalen nutzen – und eben diese haben sich nun geändert.

Geänderte Pauschbeträge für die sonstigen Umzugskosten

Bisher gab es verschiedene Pauschbeträge für drei Personengruppen: erstens Ledige, zweitens Kinder, drittens Verheiratete und gleichgestellte Personen (z. B. Alleinerziehende oder Verwitwete). Ab dem 1. Juni 2020 entfällt jedoch der gemeinsame Pauschbetrag für Verheiratete und gleichgestellte Personen – zum Nachtteil der gleichgestellten Personen, wie die neuen Regelungen für die Pauschbeträge zeigen. Es gibt nun:

  • 860 Euro für den „Berechtigten“ (Person, die aus beruflichen Gründen umzieht),
  • 573 Euro für jede andere Person im Haushalt (z. B. Ehegatte, eingetragener Lebenspartner oder Kinder),
  • 860 Euro für Ehe- und Lebenspartner, wenn diese ebenfalls aus beruflichen Gründen umziehen,
  • 172 Euro nur für den Berechtigten, falls dieser vor oder nach dem Umzug nicht in einer eigenen Wohnung lebt – also, wenn Sie zum Beispiel von Ihrem Elternhaus in die erste eigene Wohnung ziehen.

Tipp:

Ihr Umzug fand vor dem 31. Mai 2020 statt? Dann gelten für Sie noch die alten Pauschbeträge.

Die Umzugskostenpauschale können Sie in Ihrer Steuererklärung nur beantragen, wenn sich mit dem Umzug auch wirklich Ihr Lebensmittelpunkt verschiebt. Denn erst dann geht das Finanzamt davon aus, dass Ihnen auch tatsächliche Umzugskosten entstanden sind. Beziehen Sie also am neuen Beschäftigungsort lediglich eine Zweitwohnung, gewährt das Finanzamt die Pauschbeträge nicht.

Aber: Beenden Sie mit dem Umzug Ihre doppelte Haushaltsführung und wohnen ausschließlich am Beschäftigungsort, verlagern Sie somit auch Ihren Lebensmittelpunkt – und der Pauschbetrag wird berücksichtigt.

Tipp:

Ihre Kinder benötigen wegen des Umzugs Nachhilfestunden? Auch diese umzugsbedingten Ausgaben, die zu den allgemeinen Umzugskosten zählen, können Sie in der Steuererklärung ansetzen – ab dem 1. Juni 2020 bis zu maximal 1.146 Euro.