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Umzugskosten in der Steuererklärung ansetzen

Gute Nachrichten für Steuerzahler, die eine Steuererklärung abgeben: Im April wurde die Umzugskostenpauschale erhöht. Parallel zu dieser Pauschale können Sie noch tatsächliche Umzugskosten ansetzen. Der Steuerring erklärt die Regeln – und die Bedingung, unter der sich das Finanzamt überhaupt beteiligt.

Eine junge Frau steht im Vordergrund des Bildes. Sie schaut zur Seite und trägt einen Umzugskarton in der Hand. Aus dem Umzugskarton schauen ein Bilderrahmen, eine Uhr und eine Pflanze heraus. Der Hintergrund ist verschwommen, dort befinden sich ein Mann mit Umzugskarton, ein Sofa und eine Pflanze.

Fahrten zur Wohnungsbesichtigung, Maklergebühren, Umzugsservice … die Kosten für einen Umzug sind oftmals hoch – aber sie lassen sich über die Steuererklärung absetzen. Wichtige Voraussetzung: Der Umzug ist berufsbedingt. An Umzügen aus privaten Gründen beteiligt sich das Finanzamt grundsätzlich nicht.

Wenn Sie erstmals eine Arbeitsstelle antreten oder Ihren Arbeitgeber wechseln, liegt für einen Umzug ein nachweisbarer beruflicher Grund vor. Diesen erkennt das Finanzamt in den meisten Fällen problemlos an – sofern Ihr Arbeitgeber die Kosten nicht übernimmt. Ohne Arbeitgeberwechsel berücksichtigt das Finanzamt die Aufwendungen nur dann, wenn sich durch den Umzug Ihre Fahrtzeit zum Arbeitsplatz um täglich mindestens eine Stunde verkürzt. In diesem Fall müssen Sie genaue und realistische Aufzeichnungen über die bisherige und die neue Fahrtzeit führen. Das Finanzamt prüft zudem, ob nicht auch private Gründe für einen solchen Umzug vorliegen: Haben Sie sich beispielsweise von Ihrem Ehepartner getrennt und ziehen in eine neue Wohnung in der Nähe Ihres Arbeitsplatzes, gilt das als privater Grund – und die Umzugskosten werden steuerlich nicht berücksichtigt.

Allgemeine und sonstige Umzugskosten

Das Steuerrecht hat keine eigenen Vorschriften über die verschiedenen Umzugskosten. Es orientiert sich am Bundesumzugskostengesetz (BUKG) – also an den Kosten, die ein Bundesbediensteter im Falle eines dienstlichen Umzugs von seinem öffentlichen Arbeitgeber erstattet bekommt.
Dies sind zum Beispiel:

  • Besichtigungsfahrten zur neuen Wohnung
  • unmittelbare Umzugskosten für ein Umzugsunternehmen oder für die Aufwendungen eines gemieteten Umzugswagens
  • Reisekosten für die Umzugsreise
  • bestimmter Anteil an doppelt gezahlten Mieten (für die bisherige und die neue Wohnung)

Diese Aufwendungen gelten als „allgemeine Umzugskosten“ und müssen von Ihnen nachgewiesen werden können. Die tatsächlichen Kosten lässt sich dann als Werbungskosten in der Steuererklärung ansetzen.

Daneben gibt es noch die „sonstigen Umzugskosten“. Darunter fallen Aufwendungen, die schwer nachzuweisen sind oder die sich nur sehr aufwendig darstellen lassen, wie etwa die Gebühren für neue Kfz-Kennzeichen oder das Ummelden bei der Gemeinde. Deshalb sehen das BUKG und damit auch das Steuerrecht für die „sonstigen Umzugskosten“ Umzugskostenpauschalen vor. Auch diese müssen Sie in der Steuererklärung unter den Werbungskosten aufführen. Die Pauschalen werden meist jährlich zu einem bestimmten Stichtag erhöht.

Tipp:

Handelt es sich um einen privaten Umzug, erhalten Sie für Speditionskosten eine unmittelbare Steuerersparnis von 20 % als haushaltsnahe Dienstleistung. Voraussetzung: Sie haben eine Rechnung bekommen und der Rechnungsbetrag wurde bargeldlos bezahlt.