Steuer-1x1

Stichtag 30.11.: Freibeträge beantragen und Steuererstattung für das ganze Jahr kassieren

Wer regelmäßig hohe Kosten hat, kann mithilfe des passenden Steuerfreibetrags grundsätzlich sein monatliches Nettoeinkommen erhöhen. Bisher noch keinen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für das laufende Jahr gestellt? Bis zum 30.11. können Sie das nachholen! Dann berücksichtigt das Finanzamt die gesamten Ausgaben für 2019 bei der Lohnabrechnung im Dezember.

Von der Seite ist eine Hand zu erkennen, die einen Stift hält und auf ein bestimmtes Datum in einem Kalender zeigt. Dabei handelt es sich um einen Tischkalender, der auf einem Schreibtisch steht. Daneben ist ein Laptop platziert.

Freibetrag mit Antragsminimum

Bei bestimmten Aufwendungen gilt für den Freibetrag ein Antragsminimum von 600 Euro. Erst wenn Ihre Ausgaben diesen Betrag insgesamt überschreiten, drückt das Finanzamt die Steuerlast. Dazu zählen:

Werbungskosten über 1.000 Euro

Zu den Werbungskosten gehören beispielsweise die Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, Reisekosten zu Auswärtstätigkeiten und Belastungen der doppelten Haushaltsführung. Achtung: Jedem Arbeitnehmer steht eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr zu. Diese wird bei der Lohnabrechnung automatisch von der Steuerlast abgezogen. Damit das Finanzamt den Freibetrag gewährt, müssen also die Werbungskosten über 1.000 Euro liegen – und die entsprechenden Zusatzkosten, gegebenenfalls zusammen mit anderen Beträgen, die notwendigen 600 Euro überschreiten.

Bestimmte Sonderausgaben über 36 Euro

Zu den Sonderausgaben zählen etwa Unterhaltszahlungen an getrennt lebende oder geschiedene Ehegatten, die Kirchensteuer und zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten. Gut zu wissen: Beiträge für Renten-, Krankenkassen- und Pflegeversicherungen werden beim Freibetrag nicht einkalkuliert – diese sind bereits in der sogenannten Vorsorgepauschale enthalten. Unabhängig davon sollten Sie diese Aufwendungen trotzdem in Ihrer Steuererklärung angeben, da sich manchmal ein weiterer Steuervorteil ergibt.

Außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art

Unter außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art versteht man vor allem Krankheits- und Pflegekosten sowie Ausgaben zur Instandsetzung der selbstgenutzten Immobilie nach Naturkatastrophen. Die außergewöhnlichen Belastungen mindern sich um eine zumutbare Eigenbeteiligung – diese hängt von der Höhe der Einkünfte, dem Familienstand und der Kinderanzahl ab.

Freibetrag ohne Antragsminimum

Es gibt jedoch auch Ausgaben, die das Finanzamt ohne Mindestsumme als Freibetrag einträgt:

  • Entlastungsbetrag für alleinstehende Mütter und Väter, wenn der Ehepartner 2018 verstorben ist. Denn dann werden 2019 die Verwitweten noch nach der Steuerklasse III besteuert; in dieser ist der Entlastungsbetrag jedoch nicht eingearbeitet. Er beträgt 1.908 Euro bei einem Kind sowie je 240 Euro für weitere Kinder, denen Kindergeld zusteht.
  • Behinderten-Pauschbetrag, der auch dann vollständig gewährt wird, wenn die Voraussetzungen nicht während des ganzen Jahres vorgelegen haben.
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen mit einer Steuerermäßigung von 20 Prozent der Aufwendungen ohne Materialkosten. Für Handwerkerleistungen beträgt die Erstattung maximal 1.200 Euro. Für haushaltsnahe Dienstleistungen gibt es eine Ermäßigung bis 4.000 Euro und für eine Haushaltshilfe im Minijob bis 510 Euro. Als Freibetrag trägt das Finanzamt pauschal die vierfache Summe der Steuerermäßigung ein.
  • Verluste aus der Vermietung einer Immobilie, ab dem Jahr nach Anschaffung oder Fertigstellung des Gebäudes.

Tipp:

Der Freibetrag kann wahlweise auch gleich für zwei Kalenderjahre eingetragen werden. Das lohnt sich, wenn die Aufwendungen im Folgejahr ebenfalls anfallen. Änderungen sind dem Finanzamt jedoch mitzuteilen. Wichtig: Wurden Freibeträge eingetragen – egal ob für ein Jahr oder zwei Jahre – müssen Sie nachfolgend eine Steuererklärung einreichen.