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Steuererklärung als Ehepaar: Wann lohnt sich die Einzelveranlagung, wann die Zusammenveranlagung?

Ehepaare und eingetragene Lebenspartner können zusammen eine Steuererklärung abgeben oder sich für zwei einzelne Steuererklärungen entscheiden. Wählen Sie die Zusammenveranlagung, gilt für Sie das Ehegattensplitting. Das bringt gegenüber der Einzelveranlagung meistens Steuervorteile – aber nicht immer.

Eine Frau und ein Mann stehen auf einer herbstlichen Waldlichtung, auf dem Boden liegt Laub. Der Mann hält die Frau im Arm und beide lächeln sich gegenseitig an. Im Hintergrund sind verschwommen Bäume zu erkennen.

Ehepaare und eingetragene Lebenspartner haben die Wahl: Sie können entweder eine gemeinsame Steuererklärung einreichen (Zusammenveranlagung) oder jeder gibt eine eigene Steuererklärung ab (Einzelveranlagung). Damit Sie sich zwischen diesen beiden Veranlagungsformen entscheiden dürfen, müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Die Ehe muss rechtsgültig sein.
  • Beide Ehegatten oder Lebenspartner müssen unbeschränkt steuerpflichtig sein.
  • Die Ehegatten oder Lebenspartner dürfen im steuerrechtlichen Sinne nicht dauernd getrennt leben.

All diese Voraussetzungen müssen mindestens an einem Tag im Veranlagungsjahr – das ist das Jahr, für das Sie Ihre Steuererklärung erstellen – erfüllt sein. Wenn Sie also erst am 31. Dezember 2020 heiraten, profitieren Sie bei einer Zusammenveranlagung für das Jahr 2020 noch vom Ehegattensplitting.

Lassen Sie sich von Ihrem Partner scheiden, ist eine gemeinsame Veranlagung im Scheidungsjahr aufgrund des vorangehenden Trennungsjahres regelmäßig nicht mehr möglich. Gab es vor der Scheidung jedoch noch einen Versöhnungsversuch und Sie haben nachweislich wieder mit Ihrem Ehegatten zusammengelebt, können Sie eine gemeinsame Steuererklärung abgeben.

Einzelveranlagung oder Zusammenveranlagung: Was bringt mehr Steuervorteile?

In den meisten Fällen ist es steuerlich günstiger, wenn Sie als Ehepaar und eingetragene Lebenspartner eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Die Wahl der Veranlagungsart sollten Sie jedoch von Ihren Einkommensverhältnissen abhängig machen: Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner mit deutlichen Einkommensunterschieden lohnt sich grundsätzlich die Zusammenveranlagung – je höher der Gehaltsunterschied, desto größer der steuerliche Vorteil. In einigen Ausnahmefällen lohnt sich eher die Einzelveranlagung; zum Beispiel, wenn ein Ehepartner Elterngeld oder andere Lohnersatzleistungen erhalten hat.

Wie wird das Wahlrecht zwischen Einzelveranlagung und Zusammenveranlagung ausgeübt?

Ihre Wahl, ob Sie sich zusammen oder einzeln veranlagen lassen, können Sie in der Steuererklärung im Hauptvordruck angeben. Wenn Sie sich für eine gemeinsame Steuererklärung in Papierform entscheiden, muss diese von beiden Ehegatten unterschrieben werden. Für die Einzelveranlagung reicht hingegen der Antrag eines Partners. Der andere Partner muss diese Entscheidung zwar hinnehmen, aber: Ein Antrag gegen den Willen des Partners und ohne wirtschaftlichen Vorteil, ist unwirksam. So kann beispielsweise ein Ehegatte, der selbst keine Einkünfte hat, auch keine alleinige Steuererklärung einreichen.

Achtung: Wenn Sie von Ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch machen, werden Sie automatisch zusammen veranlagt.

Sie können jedes Jahr neu entscheiden, welche Art der Steuererklärung Sie für das vergangene Steuerjahr einreichen wollen. Ihre Wahl lässt sich in der Regel noch so lange ändern, bis Ihr Steuerbescheid bestandskräftig ist. Sie haben also nach Erhalt des Steuerbescheids einen Monat Zeit, um Einspruch einzulegen.

Tipp:

Bevor Sie Ihre Steuererklärung einreichen, sollten Sie unbedingt überprüfen, welche Veranlagungsart sich für Sie und Ihren Partner lohnt. Sie sind unsicher, ob Sie die optimale Wahl getroffen haben? Als Mitglied im Steuerring berät Sie einer unserer 1.100 Berater und erstellt Ihnen auch die Steuererklärung.