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Eheschließung: Welche Steuervorteile ergeben sich durch eine Hochzeit?

Auch wenn wegen Corona viele große Feiern verschoben wurden – geheiratet wird trotzdem weiterhin. Neben Ringen, Kuchen & Co. gibt es rund um Hochzeit und Ehe auch einige steuerliche Themen, die Brautpaare beachten sollten.

Lohnsteuerklassen

Vor der Hochzeit haben Ledige meistens die Steuerklasse 1. Eine Eheschließung wird elektronisch an die Finanzbehörde gemeldet. Diese vermerkt dann in der Datenbank der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale die Steuerklasse 4 für beide Ehepartner. Bei den künftigen Gehaltsabrechnungen ziehen die Arbeitgeber die Steuern nach der neuen Steuerklasse ab. Als Frischvermählter wundern Sie sich vielleicht: An der Höhe des Steuerabzugs ändert sich im Vergleich zur Steuerklasse 1 nichts.

Eheleute haben auch die Möglichkeit, die Steuerklassenkombination 3 und 5 zu wählen. Das bringt oftmals Vorteile, wenn einer der Ehepartner wesentlich mehr verdient – oder überhaupt nicht berufstätig ist, beispielsweise während eines Studiums. Achtung: Diese Steuerklassenänderung müssen Sie selbst beim Finanzamt beantragen. Bis der Antrag bearbeitet ist und Ihre Arbeitgeber die Änderungen dann bei der Gehaltsabrechnung berücksichtigen, kann es einige Zeit dauern.

Zusammenveranlagung: gemeinsame Einkommensteuererklärung

Wenn Sie in diesem Jahr heiraten, können Sie und Ihr Ehepartner für 2021 eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Sind das jeweilige Einkommen und der Lohnsteuerabzug unterschiedlich hoch, erfolgt über die Steuererklärung ein Ausgleich, da bei einer Zusammenveranlagung das Ehegattensplitting gewährt wird. Übrigens: Es spielt keine Rolle, wann die Hochzeit stattgefunden hat – ein Tag Ehe im Jahr genügt für die Zusammenveranlagung.

Freistellungsauftrag bei den Banken

Bisher konnten Sie pro Person 801 Euro an Kapitalerträgen bei Ihren Banken vom Steuerabzug freistellen. Durch eine Hochzeit steht Ihnen zusammen ein Freistellungsvolumen von insgesamt 1.602 Euro zu – rein rechnerisch also nicht mehr als vorher. Trotzdem ergeben sich aus gemeinsamen Freistellungsaufträgen bis maximal 1.602 Euro gewisse Vorteile, wenn zum Beispiel ein Ehepartner niedrigere Kapitalerträge als 801 Euro hat: Der nicht ausgeschöpfte Betrag des einen Ehegatten kann dann auf den anderen Ehegatten übertragen werden. Ebenso ist bei einzelnen Kapitalanlagen eine Verrechnung von Verlusten des einen Partners mit Gewinnen des anderen Partners möglich.

Riester-Verträge

Sind Sie und Ihr Ehegatte berufstätig, müssen Sie auch beide weiterhin Ihren jeweiligen Mindesteigenbetrag für die Riester-Rente einzahlen, um die ungekürzte Zulage zu erhalten. Studiert jedoch beispielsweise Ihr Partner noch, stand diesem bisher keine Riesterförderung zu. Ab dem Hochzeitsjahr ist der Ehegatte jedoch „mittelbar“ anspruchsberechtigt. Voraussetzung: Ihr Partner hat einen eigenen Vertrag, zahlt seinen Mindesteigenbeitrag und Sie haben einen anderen Vertrag. Um die Grundzulage von 175 Euro zu erhalten, müssen mindestens 60 Euro im Jahr eingezahlt werden.

Kindergeld

Ihr Partner hat aus einer früheren Beziehung zwei Kinder, die beim anderen Elternteil leben, und Sie planen zusammen weiteren Familienzuwachs? Den Antrag auf Kindergeld sollte dann unbedingt Ihr Ehegatte bei der Familienkasse stellen, denn: Kinder aus früheren Beziehungen gelten als Zählkinder – das künftige gemeinsame Kind mit Ihnen wäre damit das dritte Kind Ihres Partners. Dafür gibt es seit dem 1. Januar 2021 monatlich 225 Euro Kindergeld. Sie hingegen würden Ihr erstes Kind bekommen und lediglich 219 Euro Kindergeld erhalten, wenn Sie den Antrag stellen.

Aufwendungen für die Hochzeitsfeier

Sie richten Ihre Feier zu Hause aus und lassen sich von einem Catering-Service bewirten? Dann können Sie eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Ansonsten handelt es sich um Kosten der privaten Lebensführung, die das Finanzamt in der Steuererklärung nicht berücksichtigt – auch nicht als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen.

Tipp:

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