Familie & LebenSteuer-1x1

Eheschließung: Welche Steuervorteile ergeben sich durch eine Hochzeit?

Der Mai hat begonnen und damit der beliebteste Hochzeitsmonat. Auch unsere fiktiven Mitglieder Marcel und Karina wagen den Schritt in die Ehe. Rund um ihre Hochzeit hat das Brautpaar einige steuerliche Fragen – der Steuerring liefert die Antworten.

: In der rechten Bildhälfte steht ein Hochzeitspaar, das sich anschaut und seine Gesichter aneinanderschmiegt. Die Braut trägt die Haare gewellt offen und hat Blumen im Haar, in der Hand hält einen Blumenstrauß. Der Bräutigam hat seine Hand auf die Hüfte der Braut gelegt.

Lohnsteuerklassen

Vor der Hochzeit hatten Marcel und Karina jeweils die Steuerklasse 1. Eine Eheschließung wird elektronisch an die Finanzbehörde gemeldet – und diese vermerkt dann in der Datenbank der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale die Steuerklasse 4 für beide Ehepartner. Bei den künftigen Gehaltsabrechnungen ziehen die Arbeitgeber die Steuern nach der neuen Steuerklasse ab. Die Frischvermählten werden sich jedoch wundern: An der Höhe des Steuerabzugs ändert sich nichts.

Eheleute haben auch die Möglichkeit, die Steuerklassenkombination 3 und 5 zu wählen. Das bringt oftmals Vorteile, wenn einer der Ehepartner wesentlich mehr verdient – oder überhaupt nicht berufstätig ist, beispielsweise während eines Studiums. Achtung: Diese Steuerklassenänderung müssten Marcel und Karina selbst beim Finanzamt beantragen. Bis der Antrag bearbeitet ist und ihre Arbeitgeber die Änderung dann bei der Gehaltsabrechnung berücksichtigen, kann es einige Zeit dauern.

Zusammenveranlagung: gemeinsame Einkommensteuererklärung

Für das Jahr 2019 können Marcel und Karina eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Sind das jeweilige Einkommen und der Lohnsteuerabzug unterschiedlich hoch, erfolgt über die Steuererklärung ein Ausgleich, da bei einer Zusammenveranlagung das Ehegattensplitting gewährt wird. Übrigens: Es spielt keine Rolle, wann die Hochzeit stattgefunden hat – ein Tag Ehe im Jahr genügt für die Zusammenveranlagung.

Freistellungsauftrag bei den Banken

Bisher konnten Marcel und Karina jeweils 801 Euro an Kapitalerträgen bei ihren Banken vom Steuerabzug freistellen. Durch ihre Heirat steht ihnen zusammen ein Freistellungsvolumen von insgesamt 1.602 Euro zu – rein rechnerisch also nicht mehr als vorher. Trotzdem ergeben sich aus gemeinsamen Freistellungsaufträgen bis maximal 1.602 Euro gewisse Vorteile, wenn etwa ein Ehepartner niedrigere Kapitalerträge als 801 Euro hat: Der nicht ausgeschöpfte Betrag des einen Ehegatten kann dann auf den anderen Ehegatten übertragen werden. Ebenso ist bei einzelnen Kapitalanlagen eine Verrechnung von Verlusten des einen Partners mit Gewinnen des anderen Partners möglich.

Riesterverträge

Sind beide Ehegatten berufstätig, müssen auch beide weiterhin ihren jeweiligen Mindesteigenbetrag für die Riesterrente einzahlen, um die ungekürzte Zulage zu erhalten. Würde Karina hingegen noch studieren, stünde ihr bisher keine Riesterförderung zu. Ab dem Hochzeitsjahr ist sie jedoch „mittelbar“ anspruchsberechtigt. Voraussetzung: Marcel hat einen Vertrag, zahlt seinen Mindesteigenbeitrag und Karina hat einen eigenen Vertrag. Sie muss dann mindestens 60 Euro im Jahr einzahlen, damit sie eine Grundzulage von bis zu 175 Euro bekommt.

Kindergeld

Marcel hat aus einer früheren Beziehung zwei Kinder, die bei der Mutter leben, und auch mit Karina plant er weiteren Familienzuwachs. Den Antrag auf Kindergeld sollte unbedingt Marcel bei der Familienkasse stellen, denn: Seine beiden Kinder aus der früheren Beziehung gelten als Zählkinder – das künftige gemeinsame Kind mit Karina wäre damit sein drittes Kind. Dafür gibt es ab dem 1. Juli 2019 monatlich 210 Euro Kindergeld. Karina hingegen würde ihr erstes Kind bekommen und lediglich 204 Euro Kindergeld erhalten.

Aufwendungen für die Hochzeitsfeier

Bei den Aufwendungen für die Hochzeitsfeier handelt es sich um Kosten der privaten Lebensführung, die das Finanzamt in der Steuererklärung nicht berücksichtigt – auch nicht als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen.

Tipp:

Sie haben noch mehr steuerliche Fragen rund um die Eheschließung? Dann kommen Sie doch zum Steuerring und lassen Sie sich persönlich betreuen. Einen unserer 1.100 Berater finden Sie ganz in Ihrer Nähe mit der Beratungsstellensuche.