Familie & Leben

Sommer – Heiraten – Steuerklasse wechseln

Die warmen Sommermonate gehören zur beliebtesten Heiratszeit des Jahres. Kaum sind Festtag und Flitterwochen vorbei, wird ein anderes Thema wichtig: Welche Steuerklassen wählen wir künftig?

Braut im weißen Brautkleid mit Bräutigam im Hintergrund

In den meisten Fällen erfolgte vor der Hochzeit der Steuerabzug nach der Lohnsteuerklasse 1. Die Lohnsteuerklasse zählt zu den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) und ist in einer Datenbank gespeichert. Bei der Lohn- oder Gehaltsabrechnung ruft der Arbeitgeber stets die aktuellen Merkmale ab. 

Eheleute können zwischen den Steuerklassenkombinationen 4/4 und 3/5 wählen. Das Standesamt bzw. das Einwohnermeldeamt veranlasst, dass die Steuerklassen der Jungvermählten bei beiden in die Steuerklasse 4 geändert wird. Ist dies die richtige Kombination, muss das Paar nichts weiter unternehmen. Die  Arbeitgeber berechnen den Steuerabzug bei der nächsten Abrechnung unter Berücksichtigung dieser Steuerklasse.

Sollen die Steuerklassen in 3 und 5 geändert werden, ist dafür das Finanzamt zuständig: Es trägt auf gemeinsamen Antrag die gewählten Steuerklassen in die elektronische Datenbank ein. Ist das Gehalt der Ehegatten ungefähr gleich hoch, wäre die Steuerklasse 4 die richtige Wahl. Wenn einer der Ehegatten weniger als ca. ein Drittel des gemeinsamen Einkommens verdient, dann kann die Kombination 3 und 5 zum insgesamt niedrigsten Lohnsteuerabzug führen. Der „Hauptverdiener“ erhält dann die Steuerklasse 3, für den anderen Ehegatten verbleibt nur die Steuerklasse 5 mit einem relativ hohen Steuerabzug.

Bleiben außersteuerliche Fragen unberücksichtigt, können Paare durch eine nicht ganz optimale Wahl der Steuerklassen keine Fehler machen. Denn bei einer gemeinsamen Steuererklärung werden zu viel bezahlte Lohnsteuern einschließlich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag erstattet.

Tipp 1: Im Jahr der Hochzeit können Paare bereits eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, auch wenn die Hochzeit erst am 31.12. des Jahres erfolgt. Maßgebend ist die standesamtliche Trauung.

Tipp 2: Wurden die Steuerklassen 3 und 5 gewählt, ist eine Steuererklärung verpflichtend (sogenannte Pflichtveranlagung). Es kann sein, dass der gemeinsame Steuerabzug durch die Arbeitgeber niedriger als die festzusetzende Steuer im Rahmen der Einkommensteuererklärung ausfällt. Die Folge wäre eine Nachzahlung.