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Kapitalerträge: Steuererklärung wichtig für Senioren

Seit dem Jahr 2009 gilt die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge. 25 Prozent auf alles – so könnte diese Steuer vereinfacht umschrieben werden. Gerade für Senioren ist dieser Steuerabzug aus verschiedenen Gründen eine schlechte Wahl.

Ein älteres Paar sitzt vor einem Laptop.

Zu versteuerndes Einkommen übersteigt nicht den Grundfreibetrag
Jeder Steuerbürger erhält einen Grundfreibetrag. Bis zu dessen Höhe wird keine Einkommensteuer fällig. Der Grundfreibetrag beläuft sich im Jahr 2016 auf 8.652 Euro bei Ledigen und auf 17.304 Euro bei zusammenveranlagten Eheleuten. Haben Sie auf Ihre Kapitalerträge Steuern bezahlt, Ihr zu versteuerndes Einkommen überschreitet aber nicht die genannten Beträge, erhalten Sie die gezahlten Steuern über eine Einkommensteuererklärung zurück.

Persönlicher Steuersatz liegt unter 25 Prozent
Übersteigt Ihr zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag, werden grundsätzlich Steuern fällig. Die gezahlten Steuern auf die Kapitalerträge werden aber auf die Steuerschuld angerechnet. Ist Ihr persönlicher Steuersatz niedriger als 25 Prozent, erstattet das Finanzamt zumindest einen Teil der gezahlten Steuern zurück. In der Einkommensteuererklärung beantragen Sie auf der Anlage KAP für alle Kapitalerträge die Günstigerprüfung.

Keine optimale Verteilung der Freistellungsaufträge
Von den Kapitalerträgen bleiben 801 Euro bei Ledigen und 1.602 Euro bei zusammenveranlagten Eheleuten steuerfrei. In Höhe dieses Sparer-Pauschbetrags kann bei den Banken ein Freistellungsauftrag erteilt werden. Insgesamt dürfen aber die genannten Beträge nicht überschritten werden.

Erzielen Sie bei mehreren Geldinstituten Kapitalerträge kann es passieren, dass bei der einen Bank der Freistellungsauftrag zu hoch und bei der anderen zu niedrig war. Folge: Bei der zweiten Bank bezahlen Sie Steuern, obwohl Ihre gesamten Kapitalerträge die 801 Euro bzw. 1.602 Euro nicht überschritten haben. Auch das können Sie mit der Einkommensteuererklärung korrigieren, indem Sie auf der Anlage KAP die Überprüfung des Steuereinbehalts beantragen. Zur Vereinfachung empfehlen wir Ihnen auch in diesem Fall, stattdessen die Günstigerprüfung für alle Kapitalerträge zu beantragen.

Altersentlastungsbetrag
Kapitalanleger, die am Jahresbeginn das 64. Lebensjahr vollendet haben, können für die Kapitalerträge einen Altersentlastungsbetrag erhalten. Dieser beläuft sich im Jahr 2016 auf 22,4 Prozent der positiven Einkünfte, maximal 1.064 Euro. Die Banken können beim Steuerabzug den Altersentlastungsbetrag nicht berücksichtigen; dafür ist die Abgabe einer Steuererklärung erforderlich.

Der Altersentlastungsbetrag muss nicht beantragt werden, er wird "von Amts wegen" durch das Finanzamt berücksichtigt. Allerdings gilt auch hier: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Tipp:

Hat nur ein Ehegatte das 64. Lebensjahr vollendet, sollten die Kapitalanlagen aus steuerlicher Sicht vorrangig auf diesen Ehegatten erfolgen. Haben beide Ehegatten das 64. Lebensjahr vollendet, erhalten beide den Altersentlastungsbetrag auf ihre Kapitalerträge. Sind bei beiden Ehegatten ausreichend Kapitalerträge vorhanden, wird der Höchstbetrag von 1.064 Euro (Jahr 2016) doppelt gewährt.