Steuer-1x1

E-Daten beim Finanzamt prüfen

Viele Daten für die Steuererklärung liegen dem Finanzamt bereits in elektronischer Form vor. Diese sollten Sie unbedingt prüfen, denn: Es können sich Fehler einschleichen, die Ihr Steuerergebnis beeinflussen. Ändern können Sie die Daten vorab in der Steuererklärung oder nachträglich im Einspruchsverfahren.

Ein Mann hält in seiner linken Hand eine Lupe und schaut kritisch hindurch. Um ihn herum fliegen Unterlagen durch die Luft.

Die Finanzverwaltung hat vor einigen Jahren das Projekt "Vorausgefüllte Steuererklärung" gestartet. Gemeint ist aber nicht die Zusendung bereits ausgefüllter Steuerformulare, sondern der Abruf der sogenannten e-Daten – also der Daten, die "Dritte" elektronisch an das Finanzamt melden.

E-Daten, die dem Finanzamt vorliegen

Folgende Daten liegen dem Finanzamt in der Regel elektronisch vor:

  • Daten der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung, gemeldet vom Arbeitgeber.
  • Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Krankengeld, gemeldet von der Agentur für Arbeit bzw. von den Krankenkassen.
  • Rentenbezüge, gemeldet von den Trägern der gesetzlichen Rentenversicherung und von privaten Versicherungsgesellschaften.
  • Von Ihnen gezahlte Beiträge an private Krankenversicherungen für die Basisabsicherung sowie Einzahlungen in Riester.
  • Einzahlungen in private Basis-Rentenversicherungen (Rürup-Verträge).

In den nächsten Jahren kommen weitere Daten hinzu, so zum Beispiel Spenden an gemeinnützige Organisationen oder ggf. der Grad der Behinderung.

Die elektronisch gemeldeten Daten können Sie einsehen und abrufen. Dazu sind allerdings eine Registrierung im ELSTER-Onlineportal der Finanzverwaltung und ein elektronisches Zertifikat erforderlich.

Von den "Dritten" erhalten Sie zudem eine Papierbescheinigung über die elektronisch gemeldeten Daten. Vergleichen Sie immer die tatsächlichen Zahlungen, die Beträge der Bescheinigung, die elektronisch gemeldeten Daten und die Werte, die das Finanzamt im Steuerbescheid berücksichtigt hat. Oft werden die e-Daten von den Finanzämtern in den Steuerbescheid übernommen und abweichende Angaben in der Steuererklärung überschrieben. Das ist aber nicht korrekt – die e-Daten sind keine verbindlichen Werte, die vorrangig berücksichtigt werden müssen. Legen Sie bei Abweichungen zu den korrekten Daten fristgerecht innerhalb eines Monats Einspruch gegen den Steuerbescheid ein.

Tipp:

Eine vorausgefüllte und vor allem vollständige Steuererklärung ist der Abruf der e-Daten nicht. Es fehlen die meisten steuersparenden Abzugspositionen, wie berufliche Aufwendungen (Werbungskosten), außergewöhnliche Belastungen oder der Steuerbonus für Handwerkerleistungen.