Steuerring-Inside

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ – Interview mit Berater-Neuling Carina Ebeling

Carina Ebeling hat es gewagt: Sie leitet seit rund sechs Monaten selbständig eine Steuerring-Beratungsstelle in Rehlingen-Siersburg. Damit zählt die gelernte Steuerfachangestellte und BWL-Absolventin zu unseren „Berater-Neulingen“ – und hat daher noch einen frischen, unverstellten Blick auf den Verein. Was sie an ihrer Arbeit beim Steuerring begeistert, was sie Zweiflern beim Schritt in die Selbständigkeit rät und welche Ziele sie für die kommenden Jahre verfolgt, erzählt Carina Ebeling im Interview.

Eine Frau mit langen Haaren steht hinter ihrem Schreibtisch, an einem Schreibtischstuhl gelehnt und schaut lächelnd in die Kamera.
Frau Ebeling, Sie sind seit Oktober 2020 für den Steuerring tätig. Wie sind Sie überhaupt auf den Verein aufmerksam geworden?

Meine Tante ist schon viele Jahre Beratungsstellenleiterin beim Steuerring in Bekond – und seit fast genauso vielen Jahren versucht sie auch mich als Beraterin für den Verein zu gewinnen. Sie hat immer in den höchsten Tönen vom Steuerring geschwärmt. Ich hatte bis zum vergangenen Jahr allerdings zu Hause keinen separaten Raum für ein Büro, deshalb habe ich das Thema lange vor mir hergeschoben.

Irgendwann hat räumlich wohl doch alles gepasst. Haben Sie sich dann direkt dazu entschieden, selbständig zu werden und eine Steuerring-Beratungsstelle zu eröffnen?

Ich muss gestehen, dass ich erst noch ein paar Bedenken hatte, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Vor allem wegen der Kosten und ungewissen Einnahmen – als junge Mutter möchte ich schließlich ein sicheres Einkommen haben. Aber auch der fehlende Austausch unter Kollegen, den man von einem normalen Büroalltag kennt, hat mich anfänglich besorgt.
Meine Tante hat mich dann allerdings total beruhigt: Die Vergütung kombiniert mit dem Bonussystem ist gut und es findet auch immer ein reger Austausch zwischen Beratern, Fachabteilungen und Bereichsleitung statt.

Wie lief der Bewerbungsprozess ab?

Der Bewerbungsprozess verlief sehr unkompliziert. Nachdem mein Lebenslauf und meine Zeugnisse in der Darmstädter Hauptverwaltung gesichtet wurden, hat sich kurz darauf die zuständige Bereichsleitung bei mir gemeldet und mir weitere Informationen zukommen lassen. Anschließend haben wir uns nochmal abgestimmt und alle notwendigen Unterlagen für den Vertrag zusammengetragen. Dann stellte der Verein für mich den Antrag auf Zulassung bei der Aufsichtsbehörde. Und ein paar Wochen später wurde ich schon zugelassen, sodass ich recht schnell meine Beratungsstelle eröffnen konnte.

Und jetzt sind Sie schon seit ein paar Monaten Teil unseres Vereins. Was gefällt Ihnen denn besonders gut an Ihrer Arbeit beim Steuerring?

Ich liebe meine Arbeit im Verein! Ich finde es spannend, immer wieder unterschiedliche Leute kennenzulernen und diese persönlich zu betreuen. Für kniffelige Fälle kann ich mir die Zeit nehmen, die ich brauche, um das bestmögliche Ergebnis für meine Mitglieder zu erzielen. Die individuelle Bearbeitung der Steuererklärung und die Recherche, aber auch die Gespräche mit den Mitgliedern … alles in allem macht die Arbeit wirklich viel Spaß.

Sie sind mitten in der Corona-Pandemie und damit in einer herausfordernden Zeit Steuerring-Beraterin geworden. Hatte das Einfluss auf die Eröffnung Ihrer Beratungsstelle und den Umgang mit den Mitgliedern?

Die Eröffnung des Büros war davon zum Glück nicht betroffen, denn steuerliche Hilfe wird immer gebraucht, gerade jetzt in Corona-Zeiten. Viele Mitglieder fragen mich allerdings, ob sie aktuell überhaupt in die Beratungsstelle kommen dürfen, denn das handhabt jeder Steuerring-Berater anders. Ich versuche meine Arbeit tatsächlich so wenig wie möglich durch Corona einschränken zu lassen: Wer die Möglichkeit hat, kann zu mir kommen oder ich besuche die Mitglieder auch mal zu Hause – natürlich immer mit dem notwendigen Sicherheitsabstand und Maske. Grundsätzlich läuft aber bei mir auch viel über E-Mail und Telefon. Das liegt allerdings nicht unbedingt an Corona, sondern daran, dass bestimmte Fragen so manchmal doch schneller geklärt werden können.

Was ist für Sie der größte Vorteil an Ihrer Arbeit beim Steuerring?

Der fachliche Austausch mit den Kollegen, die Entlastung durch die Hauptverwaltung und die tolle Chance, flexibel von zu Hause aus zu arbeiten – und so Familie und Beruf unkompliziert miteinander zu vereinbaren. Es bleibt immer genug Zeit für meine 19 Monate alte Tochter. Was mir auch sehr gut gefällt: Man kann ohne Druck arbeiten. Die Unterstützung des Vereins ist da, ob man nur 50 Mitglieder betreut oder 500.

Sie haben nun schon das ein oder andere Mal den Rückhalt des Vereins erwähnt. Welche Unterstützungsmöglichkeiten schätzen Sie denn besonders?

Die Unterstützung bei Werbemaßnahmen und die Ausstattung mit passendem Büromaterial sind auf jeden Fall Gold wert. Das erleichtert vor allem den Start in die Steuerring-Tätigkeit. Aber auch das kostenfreie Weiterbildungsangebot ist klasse. Bei vielen anderen Themen haben die Bereichsleitung und die Hauptverwaltung immer ein offenes Ohr und helfen, sofern es möglich ist.

„Die Unterstützung des Vereins ist da, ob man nur 50 Mitglieder betreut oder 500.“ – Carina Ebeling, Steuerring-Beratungsstellenleiterin

Haben Sie sich bestimmte Ziele für die kommenden drei bis fünf Jahre beim Steuerring gesetzt?

Zurzeit betreibe ich meine Beratungsstelle nebenberuflich. In den nächsten zwei bis drei Jahren möchte ich so viele Mitglieder gewinnen, dass es mir finanziell zum Leben reicht und ich hauptberuflich für den Steuerring arbeiten kann. Dann wird sich zeigen, wie viel ich noch alleine bewältigen kann, auch im Hinblick darauf, dass meine Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. Wenn alles gut läuft, kann ich mir vorstellen, weitere Räume in meinem Haus umzubauen und Mitarbeiter einzustellen. Aber ob das schon in fünf Jahren der Fall ist, kann ich heute noch nicht sagen – das lasse ich auf mich zukommen. Wichtig ist erst mal, dass ich mir eine gute Basis schaffe.

Das klingt doch nach einer soliden Haltung zu Beginn Ihrer Tätigkeit. Stichwort Beginn: Welchen Rat würden Sie denn interessierten Steuerfachleuten geben, die sich nicht sicher sind, ob sie eine Steuerring-Beratungsstelle eröffnen sollen, weil sie zum Beispiel Angst vor dem Schritt in die Selbständigkeit haben?

Einfach machen und ausprobieren, denn „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“! Im Steuerbereich generell und vor allem im Steuerring gibt es immer viel zu tun – es ist mehr als genug Beratungsbedarf für alle da. Durch die ganze Unterstützung des Vereins reduziert sich das Risiko einer Selbständigkeit ungemein. Es gibt ja keinen Druck, die Berater können ihr Büro entweder haupt- oder auch nebenberuflich leiten, wenn das erstmal oder auch langfristig besser zur individuellen Situation passt. Und zurück in ein normales Angestelltenverhältnis zu gehen, ist in unserem Beruf zur größten Not jederzeit möglich.

Ihr Gesamt-Fazit nach rund sechs Monaten Steuerring?

Ich bin positiv überrascht, wie toll die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins funktioniert. Außerdem gefällt mir die Einstellung, dass sehr großen Wert auf eine wirklich individuelle und fachlich exakte Beratung gelegt wird, um für jedes Mitglied steuerlich das Beste rauszuholen. Das Fachwissen der Berater ist auf hohem Niveau und wir werden ständig auf den neuesten Stand gebracht. Trotz eines hohen Arbeitspensums habe ich immer noch genug Zeit für meine Familie und Freunde – vor allem, weil ich mir meine Arbeitszeit selbst einteilen kann.
Bis ich beim Steuerring angefangen hatte, musste ich den Worten anderer vertrauen. Jetzt erlebe ich den Verein selbst und kann mittlerweile aus eigener Erfahrung auch nur in den höchsten Tönen vom Steuerring sprechen, sodass ich überzeugt sagen kann: Ich würde jederzeit wieder eine eigene Beratungsstelle eröffnen.

Darüber freuen wir uns natürlich sehr. Vielen Dank für das Gespräch!

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