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Lohnsteuerabzugsmerkmale prüfen und korrigieren

Im Januar flatterten bei vielen Arbeitnehmern die ersten Lohn- und Gehaltsabrechnungen 2019 ins Haus – ein guter Zeitpunkt, um die Lohnsteuerabzugsmerkmale zu überprüfen. Denn mit diesen wird u. a. die Höhe Ihrer Lohnsteuer berechnet … und manchmal schleichen sich Fehler ein, vor allem beim Freibetrag.

Auf mehreren Geldscheinen liegt der Auszug einer Lohnsteuerbescheinigung. Auf dieser liegt eine Lupe, die die Worte „Brutto-Netto“ vergrößert.

Zu den Lohnsteuerabzugsmerkmalen zählen die Steuerklasse, die Anzahl der Kinder, die Kirchenzugehörigkeit und ein gegebenenfalls beantragter Freibetrag. Diese Lohnsteuerabzugsmerkmale sind beim Bundeszentralamt für Steuern in einer elektronischen Datenbank als sogenannte ELStAM (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) gespeichert. Ihr Arbeitgeber ruft die Merkmale dann elektronisch aus der Datenbank ab und nutzt diese für die Berechnung der monatlich fälligen Lohnsteuer, des Solidaritätszuschlages und der Kirchensteuer bei Kirchenzugehörigkeit.

Der Arbeitgeber darf lediglich diejenigen Abzugsmerkmale verwenden, die in der Datenbank stehen – eine manuelle Änderung ist nicht möglich. Deshalb sollten Sie als Arbeitnehmer die Lohnsteuerabzugsmerkmale stets überprüfen. Entdecken Sie in Ihrer Lohnabrechnung einen Fehler, wenden Sie sich am besten direkt an das Finanzamt. Dieses ändert dann die Daten und trägt die Korrekturen in die elektronische Datenbank ein.

Achtung: Haben Sie im letzten Jahr einen Freibetrag für zwei Jahre (2018 und 2019) beantragt? Dann sollten Sie zusätzlich überprüfen, ob die Bedingungen aus dem letzten Jahr auch in diesem Jahr noch zutreffen – und Ihnen damit der gleiche Freibetrag zusteht. Ist das nicht der Fall, sind Sie dazu verpflichtet, dem Finanzamt eine Reduzierung oder gar Löschung des Betrages mitzuteilen. Nur so können das Lohnsteuerabzugsmerkmal korrekt angewendet und böse Überraschungen im Steuerbescheid verhindert werden.

Beispiel für eine Reduzierung des Freibetrags

Im Jahr 2018 hatten Sie einen einfachen Arbeitsweg von 70 km, deshalb beantragten Sie einen Freibetrag. Dieser berechnete sich so:

Da Sie davon ausgegangen sind, dass sich Ihre berufliche Situation nicht verändert, hatten Sie angegeben, dass der Freibetrag für zwei Jahre gelten soll. Zum 1. Januar 2019 wechselten Sie  nun doch Ihren Arbeitsplatz, sodass Sie nur noch eine Strecke von 40 km zurücklegen. Der Ihnen zustehende Freibetrag ändert sich dadurch:

Ihr ursprünglich berechneter Freibetrag für 2018 und 2019 ist in diesem Jahr also um 1.980 € zu hoch. Diese Änderung müssen Sie dem Finanzamt melden. 

Tipp:

Sie haben Fragen zu Lohnsteuerabzugsmerkmalen, Freibeträgen & Co.? Dann werden Sie Mitglied im Steuerring. Wir liefern die passenden Antworten – und erstellen natürlich auch Ihre Steuererklärung.  Finden Sie jetzt mit unserer Beratungsstellensuche einen persönlichen Berater ganz in Ihrer Nähe.