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Lohnsteuerabzugsmerkmale ändern – Vorsicht beim Freibetrag

Im Januar flatterten bei vielen Arbeitnehmern die ersten Lohn- und Gehaltsabrechnungen 2020 ins Haus – ein guter Zeitpunkt, um die Lohnsteuerabzugsmerkmale zu überprüfen und ggf. zu ändern. Denn mit diesen wird u. a. die Höhe Ihrer Lohnsteuer berechnet … und manchmal schleichen sich Fehler ein, vor allem beim Freibetrag.

Auf mehreren Geldscheinen liegt der Auszug einer Lohnsteuerbescheinigung. Auf dieser liegt eine Lupe, die die Worte „Brutto-Netto“ vergrößert.

Zu den Lohnsteuerabzugsmerkmalen zählen die Steuerklasse, die Anzahl der Kinder, die Kirchenzugehörigkeit und ein gegebenenfalls beantragter Freibetrag. Diese Merkmale sind beim Bundeszentralamt für Steuern in einer elektronischen Datenbank als sogenannte ELStAM (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) gespeichert. Ihr Arbeitgeber ruft die Merkmale dann elektronisch aus der Datenbank ab und nutzt diese für die Berechnung der monatlich fälligen Lohnsteuer, des Solidaritätszuschlages und – falls Sie einer der staatlich anerkannten Kirchen angehören – der Kirchensteuer.

Lohnsteuerabzugsmerkmale prüfen und ändern

Ihr Arbeitgeber darf lediglich diejenigen Abzugsmerkmale verwenden, die in der Datenbank stehen; eine manuelle Änderung ist nicht möglich. Deshalb sollten Sie als Arbeitnehmer die Lohnsteuerabzugsmerkmale stets überprüfen. Entdecken Sie in Ihrer Lohnabrechnung einen Fehler, wenden Sie sich direkt an das Finanzamt. Dieses korrigiert dann die Daten und aktualisiert die elektronische Datenbank.

Übrigens: Ändert sich Ihr Familienstand durch Hochzeit, Scheidung oder Tod des Ehegattens, übermitteln die zuständigen Behörden die melderechtlichen Neuerungen automatisch an die Finanzverwaltung. Es gibt aber auch bestimmte Änderungen der Familienverhältnisse, die Sie dem Finanzamt selbst mitteilen müssen, zum Beispiel

  • wenn die Voraussetzungen für die Steuerklasse II im Laufe des Kalenderjahres nicht mehr bestehen,
  • wenn aufgrund einer Trennung die Voraussetzungen für die Steuerklasse III entfallen,
  • wenn eine geringere Anzahl der Kinderfreibeträge zu berücksichtigen ist.

Lohnsteuerabzugsmerkmale – häufiger Fehler beim Freibetrag

Haben Sie im letzten Jahr einen Freibetrag direkt für zwei Jahre (2019 und 2020) beantragt? Dann sollten Sie genau überprüfen, ob die Bedingungen aus dem letzten Jahr auch in diesem Jahr noch zutreffen – und Ihnen auch wirklich der gleiche Freibetrag zusteht.

Beispiel: meldepflichtige Reduzierung des Freibetrags

Im Jahr 2019 hatten Sie einen einfachen Arbeitsweg von 70 km, deshalb haben Sie einen Freibetrag beantragt. Dieser berechnete sich so:

Da Sie davon ausgegangen sind, dass sich Ihre berufliche Situation nicht verändert, haben Sie angegeben, dass der Freibetrag für zwei Jahre gelten soll. Zum 1. Januar 2020 wechselten Sie doch Ihren Arbeitsplatz, sodass Sie nur noch eine Strecke von 40 km zurücklegen. Der Ihnen zustehende Freibetrag ändert sich dadurch:

Ihr ursprünglich berechneter Freibetrag für 2019 und 2020 ist in diesem Jahr also um 1.980 Euro zu hoch. Sie sind nun dazu verpflichtet, dem Finanzamt diese Reduzierung des Freibetrags mitzuteilen. Nur so kann das Lohnsteuerabzugsmerkmal korrekt angewendet werden und Ihnen bleiben böse Überraschungen im Steuerbescheid erspart.

Tipp:

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