Familie & Leben

Kosten für Haustiere in der Steuererklärung

Hunde, Katzen, Hasen, Hamster, Vögel und noch mehr – in deutschen Haushalten leben rund 34 Millionen Haustiere. Als Tierliebhaber nimmt man die Kosten, die durch ein Tier entstehen, gerne in Kauf … und stellt sich trotzdem früher oder später die Frage: Kann ich das Finanzamt irgendwie an den Ausgaben beteiligen?

Das Bild zeigt eine Nahaufnahme von einem Mann, der mit einer Katze kuschelt. Der Mann hat die Katze auf der Schulte liegen und schmiegt sein Gesicht an das der Katze. Beide haben die Augen geschlossen.
Kosten für den Tierkauf und die Versorgung

Die Aufwendungen für den Kauf eines Haustieres sowie für die laufende Versorgung lassen sich nicht von der Steuer absetzen. Denn jeder entscheidet selbst, ob er ein Haustier halten möchte. Damit zählen die Kosten zur privaten Lebensführung – und werden in der Steuererklärung grundsätzlich nicht berücksichtigt.

Tierarztkosten

Das Finanzamt gewährt keinen Steuervorteil aufgrund von Tierarztkosten. Auch hier gilt: Es handelt sich nicht um abzugsfähige außergewöhnliche Belastungen, wenn die Anschaffung eines Haustieres freiwillig erfolgt.

Versicherungen

Einige Halter versichern ihre Haustiere gegen Krankheiten. Diese Belastungen verrechnet das Finanzamt nicht in der Steuererklärung. Etwas anderes gilt bei einer Tier-Haftpflichtversicherung: Die Beiträge gehören zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen, die Sie steuerlich geltend machen können.

Betreuungskosten

Beauftragen Sie eine andere Person damit, Ihren Liebling zu frisieren oder zu betreuen? Dann zählen die Ausgaben zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, für die das Finanzamt einen Steuerbonus von 20 Prozent des Rechnungsbetrages gewährt. Voraussetzung: Die Versorgung geschieht in Ihrem Haushalt und nicht etwa im Tierheim oder in einer Pflegefamilie. Für die Aufwendungen benötigen Sie eine Rechnung, die Sie per Überweisung zahlen müssen.

Hundesteuer

Die Steuer wird von der örtlichen Kommune erhoben und kann nicht in der Steuererklärung untergebracht werden.

Haustier als Arbeitsmittel

Halten Sie ein Tier nicht aus privaten, sondern aus rein beruflichen Gründen, gelten andere Regeln: Grundsätzlich sind dann alle Zahlungen als Werbungskosten bei Ihren Arbeitnehmereinkünften abzugsfähig. Das betrifft zum Beispiel die Aufwendungen für Futter oder den Tierarzt bei Wach-, Polizei- und Therapiehunde. Die Anschaffungskosten des eingesetzten Tieres müssen Sie abschreiben, also auf die Nutzungsdauer verteilen.

Haustier zur eigenen Krankentherapie

Manche Patienten mit psychischen Erkrankungen bekommen von ihrem Arzt ein Haustier verschrieben. In solchen Fällen können die Kosten des Haustieres – genau wie andere Krankheitskosten – als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sein. Wichtig ist die Bescheinigung eines Facharztes, der die Haltung eines bestimmten Tieres dringend empfiehlt. Achtung: Der Arzt muss das Attest vor Anschaffung des Tieres ausstellen.

Sicherheitshalber sollten Sie vor dem Tierkauf ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung einholen, da ein Haustier als "allgemeiner Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens" angesehen werden kann.

Zuwendungen an Tierorganisationen

Es gibt viele Organisationen, die sich für das Tierwohl einsetzen. Spenden und Beiträge an diese berücksichtigt das Finanzamt als Sonderausgaben. Vergewissern Sie sich, dass die Organisation von der Körperschaftsteuer befreit ist und Ihre Zahlungen auch steuerlich anerkannt werden. Die Internetseiten der Vereine enthalten dazu meist die erforderlichen Informationen.

Für sogenannte Kleinspenden bis 200 Euro genügt ein Zahlungsnachweis, darüber hinaus benötigen Sie eine Zuwendungsbestätigung.

Tipp:

Bringen Sie regelmäßig Futter ins Tierheim, gibt es für die Unkosten prinzipiell keinen Steuerbonus. Sprechen Sie in diesem Fall mit dem Betreiber des Tierheims – ggf. kann er das Tierfutter als Sachspende einstufen und Sie erhalten eine Zuwendungsbestätigung.