Bundeswehr

Kindergeld für Soldaten

Die Ausbildung zum Dienst der Mannschaften, zum Unteroffizier oder zum Offizier verläuft in festgelegten Ausbildungsgängen – und häufig besteht während dieser Zeit für die Eltern ein Anspruch auf Kindergeld, ohne es zu wissen. Der Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland e. V. (Steuerring) klärt die wichtigsten Fragen.

Eine junge Soldatin blickt in die Ferne.

Kindergeld gibt es grundsätzlich bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Voraussetzung ist, dass sich das Kind beispielsweise in einer Berufsausbildung befindet. In diesem Zusammenhang wird das Einkommen des volljährigen Kindes seit 2012 nicht mehr geprüft. 

Laufbahn der Mannschaften
Der Dienst bei der Bundeswehr beginnt mit der allgemeinen Grundausbildung. Danach schließt sich in der Laufbahn der Mannschaften eine Dienstpostenausbildung an, zum Beispiel zum Kraftfahrer – diese Dienstpostenausbildung dauert mindestens einen Monat, häufig auch mehrere Monate.

Generell wird der Dienst als Soldat auf Zeit oder im Rahmen des freiwilligen Wehrdienstes geleistet. Für den Kindergeldbezug ist diese Unterscheidung unerheblich. Kindergeld kann daher für mindestens vier Monate beantragt werden. Eine längere Dienstpostenausbildung muss nachgewiesen werden. 

Laufbahn der Unteroffiziere
Nach der Grundausbildung beginnt die militärische Fachausbildung und häufig zusätzlich eine zivilberufliche Aus- und Weiterbildung, die sogenannte ZAW-Maßnahme. Während dieser Zeit befindet sich der junge Soldat in Berufsausbildung und es besteht ein Anspruch auf Kindergeld.

Die Ausbildung endet nach unserer Auffassung frühestens mit der Beförderung zum Feldwebel. Noch weiter ging das Finanzgericht Rheinland-Pfalz in seinem Urteil vom 21.10.2014 (Az. 5 K 2260/13): Die Verwendungsausbildung eines Feldwebels des Truppendienstes zum Berufssoldaten sei weiterhin als Ausbildung im Sinne des Kindergeldrechts zu werten. Das Urteil wird zurzeit vom Bundesfinanzhof in einem Revisionsverfahren (Az. III R 37/14) überprüft. 

Laufbahn der Offiziere
Auch bei diesen Soldaten schließt sich nach der Grundausbildung eine systematische Ausbildung zum Offizier an. Nach einigen Monaten der Truppenausbildung folgt das Studium an einer Bundeswehr-Universität oder in Ausnahmefällen an einer zivilen Hochschule. Ein Anspruch auf Kindergeld besteht bis zur Beförderung zum Leutnant. Ist das Studium zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet, läuft der Kindergeldanspruch weiter – bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. 

Ausbildung zum Soldaten als zweite Ausbildung
Hat der Soldat bei Dienstbeginn bereits eine abgeschlossene zivile Berufsausbildung absolviert, ist die Ausbildung zum Soldaten eine zweite Ausbildung. Dabei handelt es sich um ein Ausbildungsdienstverhältnis, nicht um eine schädliche Erwerbstätigkeit – und es gibt weiterhin Kindergeld.

Bewerbungen für den Wehrdienst
Bewirbt sich ein Kind um einen Ausbildungsplatz, besteht ebenfalls Anspruch auf Kindergeld. Gleiches gilt, wenn sich das Kind für den Wehrdienst (auch freiwilligen Wehrdienst) bei der Bundeswehr bewirbt.

Übergangszeit
In einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten besteht ebenfalls ein Anspruch auf Kindergeld. Da die Dienstzeit eines Soldaten mit der allgemeinen Grundausbildung beginnt, kann auch für eine Übergangszeit davor Kindergeld gewährt werden. Gleiches gilt ab dem Jahr 2015 für einen Übergangszeitraum am Ende der Dienstzeit eines freiwilligen Wehrdienstes.

Kompetenter Ansprechpartner
Ihnen ist das alles zu kompliziert? Dann kommen Sie zum Steuerring. Wir erstellen Ihre Einkommensteuererklärung, prüfen Ihren Steuerbescheid und helfen Ihnen beim Antrag auf Kindergeld.

Aus gesetzlichen Gründen dürfen wir ausschließlich im Rahmen einer Mitgliedschaft beraten. Der jährliche Mitgliedsbeitrag kann als Steuerberatungskosten abgezogen werden und ist sozial gestaffelt – er ist also von der Höhe der Einnahmen abhängig.