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Corona-Pandemie: mit der Homeoffice-Pauschale Steuern sparen

Corona hat die Arbeitswelt verändert: Fast 45 Prozent der Berufstätigen arbeiten aktuell zumindest teilweise von zu Hause aus. Dabei hat nicht jeder Steuerpflichtige ein steuerlich absetzbares Arbeitszimmer. Mit der Homeoffice-Pauschale lässt sich nun jedoch auch der provisorisch eingerichtete Arbeitsplatz am Küchentisch oder im Wohnzimmer in der Steuererklärung 2020 und 2021 berücksichtigen.

Eine Frau liegt auf einer Couch und ihre Katze auf ihr. Die Frau trägt eine Brille, sie telefoniert und lächelt. Auf dem Wohnzimmertisch vor ihr befinden sich ein Laptop, Unterlagen und Getränke.

Der Bundestag hat aufgrund der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen eine Homeoffice-Pauschale beschlossen. Mit der Pauschale sollen zusätzliche Kosten ausgeglichen werden, die durch die Heimarbeit entstehen, also zum Beispiel höhere Heizungs- oder Stromgebühren. Die Regelungen zur Homeoffice-Pauschale:

  • Fünf Euro pro Kalendertag, an dem Sie zu Hause arbeiten – absetzbar als Werbungskosten.
  • Höchstens an 120 Tagen im Kalenderjahr absetzbar – maximal werden also 600 Euro berücksichtigt.
  • Zeitliche Befristung der Pauschale – anwendbar für die Steuererklärungen 2020 und 2021.

Sie dürfen die Homeoffice-Pauschale nur für jene Tage nutzen, an denen Sie wirklich vollständig zu Hause arbeiten. Wenn Sie also zum Beispiel Kundentermine außer Haus haben, an Präsenz-Meetings an ihrer ersten Tätigkeitsstätte teilnehmen, Seminare besuchen oder zu einem Sammelpunkt fahren, können Sie für diese speziellen Tage keine Homeoffice-Pauschale absetzen.

Die Pauschale ist vor allem dann für Sie vorteilhaft, wenn Sie die strengen Voraussetzungen für das richtige häusliche Arbeitszimmer nicht erfüllen – oder wenn die tatsächlichen Aufwendungen geringer sind. Wichtig: Da die Homeoffice-Pauschale zu den Werbungskosten zählt, werden ohnehin 1.000 Euro pauschal für jeden Steuerzahler angerechnet. Nur wenn Sie mit Ihren Werbungskosten inklusive der Homeoffice-Pauschale über 1.000 Euro kommen, erhalten Sie also den zusätzlichen Steuervorteil.

Tipp:

Die Homeoffice-Pauschale ist personenbezogen. Arbeitet Ihr Ehe- oder eingetragener Lebenspartner ebenfalls zu Hause, kann jeder von Ihnen die Pauschale in Anspruch nehmen.

Sollten Sie mehrere Jobs haben und all diesen im Homeoffice nachgehen, wird die Pauschale nur ein Mal gewährt. Neben der Homeoffice-Pauschale können Sie aber auch Ihre Arbeitsmittel von der Steuer als Werbungskosten absetzen. Dazu zählen beispielsweise die Kosten für Bürostuhle, Monitore oder Regale sowie anteilige Telefon- und Internetkosten. Ihr Arbeitgeber hat Ihnen diese Kosten erstattet? Dann berücksichtigt das Finanzamt die Aufwendungen nicht mehr in Ihrer Steuererklärung. Gut zu wissen: Eine steuerfreie Auszahlung der Homeoffice-Pauschale durch den Arbeitgeber ist nicht möglich.

Tipp:

Damit das Finanzamt Ihnen die Homeoffice-Pauschale gewährt, müssen Sie einen Nachweis erbringen. Schreiben Sie daher genau auf, an welchen Tagen Sie ausschließlich im Homeoffice gearbeitet haben und an welchen Arbeitstagen die Entfernungspauschale abgesetzt werden soll.