Krankheit & Behinderung

Allergien: Medikamente und Therapien steuerlich absetzen

Vom Kribbeln in der Nase bis zum heftigen Asthmaanfall: Allergiker kämpfen mit unterschiedlich ausgeprägten Symptomen. Für Linderung sorgen dabei häufig Tabletten, Tropfen und Sprays. Die Kosten für diese Medikamente und für Therapien gegen Heuschnupfen, Hausstauballergie & Co. können Sie steuerlich absetzen.

Eine Frau mit rötlichen Haaren putzt sich mit einem leidvollen Gesicht die Nase. Im Hintergrund sieht man Bäume und Sträucher blühen.

Allergiker bekommen häufig Medikamente und Therapien von ihrem Arzt verordnet – doch nicht immer übernimmt die Krankenkasse die Kosten dafür.
In solchen Fällen können die Aufwendungen in der Steuererklärung angesetzt werden: als Krankheitskosten unter den „allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen“. Dabei ist wichtig, dass Ihnen eine Verordnung des Arztes vorliegt, selbst wenn das Medikament frei verkäuflich ist. Sie sind dauerhaft auf ein Medikament angewiesen? Dann genügt es, wenn Sie nur einmal eine Verordnung, am besten eine Dauerverordnung, beim Finanzamt einreichen.

Desensibilisierung und Akupunktur steuerlich absetzen

Auch medizinische oder alternative Therapien können als Krankheitskosten steuerlich entlasten. Wer sich beispielsweise mittels Desensibilisierung seiner Allergie entledigen und das Finanzamt daran beteiligen will, muss darauf achten, dass die behandelnde Person zur Heilbehandlung offiziell zugelassen ist.

Bei alternativen Therapien, wie z. B. der Akupunktur, müssen Sie Folgendes berücksichtigen:

  • Sie brauchen ein ärztliches Attest oder eine Bescheinigung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, das die medizinische Notwendigkeit nachweist.
  • Das Attest muss vor der Behandlung ausgestellt sein.

Bäume fällen, Haus umbauen – Allergieauslöser beseitigen und Kosten absetzen

Ihre Allergie wird durch Stoffe ausgelöst, die in Ihrem Wohnumfeld sind und die Sie beseitigen können? Nur zu, denn auch diese Kosten sind steuerlich absetzbar. Basis ist ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) aus dem Jahr 2003. Das Gericht stellte sich auf die Seite eines Vaters, dessen Tochter an einer starken Birkenpollenallergie litt: Das Kind reagierte mit Heuschnupfen und Asthma auf die 67 Birken, die sich auf dem Grundstück der Familie befanden. Nachdem keine Therapie anschlug, lies der Vater die Bäume fällen. Die Ausgaben von rund 7.700 Euro machte er als Krankheitskosten in seiner Steuererklärung geltend. Das Finanzamt erkannte die Kosten – trotz nachgereichtem Attest vom Facharzt – nicht an. Der BFH jedoch gab dem Vater recht (BFH-Urteil vom 15.3.2007, III R 28/06).

Aber nicht nur Allergien gegen Pollen und Gräser sind Gründe für Umbauten. Auch wenn Sie zum Beispiel Asbest, Schimmel oder giftige Lacke aus Ihrer Wohnung entfernen lassen, können Sie die Kosten als außergewöhnliche Belastung absetzen. In diesen Fällen benötigen Sie eventuell neben dem medizinischen Attest ein technisches Gutachten. Wichtig: Ein Attest oder Gutachten muss immer vor den Umbauten vorliegen.

Zumutbare Eigenbelastung bei Krankheitskosten

Generell wirken sich Krankheitskosten und andere außergewöhnliche Belastungen nur dann steuerentlastend aus, wenn sie die „zumutbare Eigenbelastung“ überschreiten. Deren Höhe richtet sich nach Ihrem Einkommen, Familienstand und der Anzahl Ihrer Kinder.