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Achtung Jahreswechsel: Zufluss-Abfluss-Prinzip beachten

In der Einkommensteuererklärung stellen Sie, einfach gesagt, Ihre Einnahmen den Ausgaben gegenüber. Das Finanzamt handelt dann nach dem Zufluss-Abfluss-Prinzip – das, genau wie die 10-Tage-Regelung, ist oftmals kurz vor dem Jahresende entscheidend für den Steuerzahler.

Ein Mann im Jeanshemd sitzt an einem Schreibtisch, es ist lediglich der Oberkörper erkennbar. Mit seiner linken Hand wirft er Euro-Münzen in ein Glas und mit seiner rechten Hand schreibt er auf einen Block Notizen. Vor ihm liegt ein Taschenrechner.

Grundsätzlich berücksichtigt das Finanzamt Ihre Einnahmen und Ausgaben in dem Jahr, in dem sie auch tatsächlich zugeflossen sind (Einnahmen) bzw. geleistet wurden (Ausgaben). Dieses Vorgehen nennt sich Zufluss-Abfluss-Prinzip. Für bestimmte regelmäßig wiederkehrende Einnahmen oder Ausgaben gilt jedoch die sogenannte Zehn-Tage-Regelung. Das heißt: Regelmäßig wiederkehrende Zahlungen, die Sie innerhalb von zehn Tagen vor oder nach dem Jahreswechsel leisten, werden steuerlich nicht im Jahr der Zahlung abgesetzt – sondern in dem Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehören.

Tipp:

Überlegen Sie sich genau, wann Sie welche Rechnung begleichen, denn so können Sie in vielen Fällen zum Jahreswechsel noch Geld sparen.

Beispiel Krankheitskosten
Krankheitskosten gehören zu den außergewöhnlichen Belastungen. Sie werden dem Jahr steuerlich zugerechnet, in dem die Zahlung tatsächlich erfolgt – der Zeitraum der ärztlichen Behandlung oder das Rechnungsdatum sind ohne Bedeutung. Achtung: Auch wenn solche Kosten jedes Jahr anfallen, handelt es sich nicht um regelmäßige Zahlungen, für die der Zehntageszeitraum gilt.

Das Finanzamt zieht von den gezahlten Aufwendungen eine zumutbare Belastung ab, die sich nach dem Einkommen, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder richtet. Begleichen Sie vorliegende Rechnungen des Jahres 2018 am besten noch in diesem Jahr, wenn Sie dadurch die zumutbare Belastung überschreiten.

Beispiel Handwerkerleistungen
Der Steuerbonus für Handwerkerleistungen beträgt 20 Prozent von maximal 6.000 Euro an Aufwendungen. Diese Steuerermäßigung wird im Jahr der Zahlung gewährt – auch hier spielt es keine Rolle, wann der Handwerker die Arbeiten durchgeführt oder die Rechnung gestellt hat.

Sie haben den Betrag von 6.000 Euro in diesem Jahr bereits erreicht und bekommen zum Jahresende eine weitere Handwerkerrechnung? Dann sollten Sie mit dem Handwerker vereinbaren, dass Sie die Rechnung erst 2019 zahlen. Eine vergleichbare Überlegung gilt bei größeren Arbeiten, die im Jahr 2018 starteten und erst im Jahr 2019 abgeschlossen werden: Wurde der Maximalbetrag in 2018 noch nicht erreicht, können Sie mit einer vorgezogenen Abschlagszahlung das Ergebnis optimieren.

Beispiel Mieteinnahmen
Bei Mieteinnahmen handelt es sich um regelmäßige Zahlungen. Hier greift die Zehn-Tage-Regelung: Das Finanzamt berücksichtigt die Geldbeträge für das Steuerjahr, auf das sie sich beziehen – wenn die Zahlungen zehn Tage vor Ende des alten und nach Beginn des neuen Jahres geflossen sind. Erhalten Sie beispielsweise als Vermieter die Miete für Januar 2019 bereits am 27. Dezember 2018, rechnet der Fiskus die Einnahmen dem Steuerjahr 2019 zu.

Werbungskosten bei Arbeitnehmertätigkeit
Jedem Arbeitnehmer steht automatisch eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr zu. Falls Sie mit Ihren Aufwendungen den Pauschbetrag nicht oder nur knapp überschreiten, sollten Sie prüfen, ob Sie Ihre Zahlungen noch in das laufende Jahr 2018 vorziehen oder erst 2019 vornehmen. Über die beiden Steuerjahre gesehen, kann sich dadurch eine höhere Steuerersparnis ergeben.

Tipp:

Ihre Rechnungen sind beglichen, aber Sie tun sich mit Ihrer Steuererklärung schwer? Dann hilft Ihnen der Steuerring – alle Vorteile einer Mitgliedschaft finden Sie hier.