Arbeit & Ausbildung

Wann ist Berufsbekleidung typisch?

Wer typische Berufskleidung trägt, sie reinigen lässt oder selbst in seiner privaten Waschmaschine wäscht, kann die Aufwendungen dafür in seiner Steuererklärung als Werbungskosten ansetzen. Aber wann ist Berufskleidung im Sinne des Steuerrechts typisch? Die Vorstellungen der Arbeitnehmer decken sich nicht immer mit denen des Finanzamts und der Rechtsprechung.

Ein junger Mann in verschiedener Berufsbekleidung als Fußballer, Koch, Geschäftsmann, Arzt und Handwerker.

Typische Berufskleidung liegt nur dann vor, wenn diese grundsätzlich nicht privat getragen wird. Sie muss extra für berufliche Zwecke gekauft werden und sich von der privaten Kleidung unterscheiden.

Typisch im Sinne des Steuerrechts sind beispielsweise Uniformen der Polizei oder der Bundeswehr, Kleidung die mit einem dauerhaft angebrachten Firmenemblem versehen ist oder die eine Schutzfunktion hat (Blaumann oder Sicherheitsschuhe). Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, sind die Aufwendungen Werbungskosten und können gegenüber dem Finanzamt in der Einkommensteuererklärung berechnet werden.

Das Finanzgericht Münster musste am 13. Juli 2016 entscheiden, ob bei einem angestellten Musiker eines Orchesters die Aufwendungen für seinen schwarzen Anzug Werbungskosten sind. Zum Tragen dieser Bekleidung war der Musiker verpflichtet. Das Finanzgericht lehnte sowohl den vollen als auch einen anteiligen Abzug ab, da es sich nicht um typische Berufskleidung handele. Das vom Arbeitgeber geforderte festliche Erscheinungsbild des gesamten Orchesters genügt nicht.

Tipp:
Etwas anderes kann bei einem Bestatter oder einem Oberkellner gelten. Die Kleidungsstücke tragen häufig ein Firmenemblem oder sind so zugeschnitten, dass sie privat nicht getragen werden.