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Vorauszahlungen an das Finanzamt

Haben Sie schon Ihre Steuererklärung für 2018 abgegeben und warten nun auf Ihren Steuerbescheid? Natürlich hoffen dabei alle Steuerzahler auf eine Rückerstattung. Jedoch kommt es in einigen Fällen zu einer Nachzahlung – auch bei Arbeitnehmern. Obendrauf kann das Finanzamt dann noch eine Vorauszahlung für das nächste Steuerjahr festsetzen.

Eine junge Frau in Lederjacke ist von oben seitlich fotografiert. Sie sitzt an einem Schreibtisch und kaut auf einem Stift herum. Auf dem Schreibtisch befinden sich ein aufgeschlagener Terminkalender, Snacks und Getränke sowie eine Tastatur und eine PC-Maus.

Fordert das Finanzamt von Ihnen als Arbeitnehmer eine Steuervorauszahlung für das kommende Steuerjahr, erhalten Sie – in der Regel gemeinsam mit dem Steuerbescheid – einen sogenannten Vorauszahlungsbescheid. Der Fiskus setzt Vorauszahlungen fest, wenn zwei Kriterien erfüllt sind:

  1. Aus Ihrem aktuellen Steuerbescheid ergeht eine Nachzahlung.
  2. Ihre voraussichtliche Einkommensteuer für das kommende Steuerjahr ist um mehr als 400 Euro höher, als die vom Arbeitgeber einbehaltene Lohnsteuer.
     

Bei der Berechnung der voraussichtlichen Einkommensteuer berücksichtigt das Finanzamt bisher bekannte Einkünfte anhand der zuletzt eingereichten Steuererklärung. Die festgesetzten Vorauszahlungen betreffen jedoch nicht nur die Einkommensteuer, sondern auch den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Den gesamten Zahlbetrag müssen Sie selbst errechnen; der Vorauszahlungsbescheid enthält keine Gesamtsumme.

Wann sind die Vorauszahlungen an das Finanzamt fällig?

Die Vorauszahlungen sind quartalsweise fällig, also am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Oftmals erhalten Sie, meist vor dem Fälligkeitsdatum, jeweils einen Hinweis vom Finanzamt, dass demnächst Vorauszahlungen anstehen. Aber Achtung: Das Finanzamt muss Sie nicht erneut auf die Vorauszahlung aufmerksam machen – es hat Sie bereits vorab mit dem Vorauszahlungsbescheid darüber informiert. Vielmehr sind Sie als Steuerzahler dazu verpflichtet, proaktiv die geforderten Vorauszahlungen zum Fälligkeitszeitpunkt zu begleichen.

Vorsicht: Bei verspäteten Zahlungen setzt das Finanzamt Säumniszuschläge fest. Damit Sie die Fälligkeitstermine nicht verpassen, können Sie am SEPA-Lastschriftverfahren des Finanzamts teilnehmen. Auf diese Weise werden die Vorauszahlungen pünktlich zum Fälligkeitsdatum direkt von Ihrem Bankkonto eingezogen. So gehen Sie möglichen Säumniszuschlägen aus dem Weg – vorausgesetzt, Ihr Bankkonto ist ausreichend gedeckt.

Selbstverständlich müssen Sie nicht doppelt zahlen: Vorauszahlungen werden im folgenden Jahr auf Ihre festzusetzenden Steuern angerechnet – wodurch sich dann Ihre Steuerschuld verringert.

Tipp:

Der Vorauszahlungsbescheid ist ein Verwaltungsakt, das heißt, Sie können Einspruch einlegen oder einen begründeten Antrag auf Änderung stellen. Solange das Finanzamt diesen nicht gewährt, bleibt die Zahlungspflicht allerdings bestehen. Stimmt das Finanzamt dem Antrag zu, erlässt es einen geänderten Vorauszahlungsbescheid, in dem die Vorauszahlungen aufgehoben oder herabgesetzt werden.

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