Familie & Leben

Schwanger? Schon jetzt die Steuerklasse optimieren!

Werdende Eltern kümmern sich in den ersten Schwangerschaftswochen um Arzttermine, die Suche nach einer Hebamme und Geburtsvorbereitungskurse. Kaum jemand denkt da schon ans Elterngeld. Sie sind schwanger oder Ihre Partnerin erwartet ein Kind? Dann sollten Sie sich frühzeitig mit dem Elterngeld auseinandersetzen. Andernfalls können sich finanzielle Einbußen ergeben.

Nach der Geburt eines Kindes können Mütter und Väter für maximal 14 Monate Elterngeld beziehen und untereinander aufteilen – das sogenannte Basiselterngeld. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen. Der Staat zahlt ihnen zwischen 65 und 67 Prozent des Nettoverdienstes, aber mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro monatlich. Durch das „Elterngeld Plus“ besteht sogar die Möglichkeit, halbe Zahlungen über den doppelten Zeitraum zu erhalten. Wie viel Elterngeld Sie ausgezahlt bekommen, richtet sich nach Ihrem Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate.

Achtung:

Einkommensverluste aufgrund der Corona-Pandemie, etwa, weil Sie Kurzarbeitergeld beziehen, werden von der Elterngeldberechnung ausgenommen. Diese Sonderregelung wurde bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.

Sie möchten Elterngeld beantragen und sind vor der Geburt in der ungünstigeren Steuerklasse 5? Dann sollten Sie nach Bekanntwerden der Schwangerschaft möglichst schnell in die Steuerklasse 3 wechseln. Es gilt die Grundregel: Der Antrag auf den Steuerklassenwechsel muss spätestens sieben Monate vor dem Monat gestellt werden, in dem der Mutterschutz beginnt.

Beispiel: Sie sind Schwanger und erwarten für den 11. Januar Ihr Baby. Dann beginnt Ihr sechswöchiger Mutterschutz am 27. November. Spätestens ab Juni müssen Sie in der Steuerklasse 3 sein. Da ein Antrag auf einen Steuerklassenwechsel immer erst im darauffolgenden Monat wirkt, müssen Sie und Ihr Partner den Antrag im Mai stellen, damit die Elterngeldstelle ihn noch berücksichtigt.

Nachdem Sie von der Schwangerschaft erfahren haben, sollten Sie sich also frühzeitig mit dem Thema beschäftigen. Ehegatten mit vorhandenem Kinderwunsch sollten zumindest die Steuerklassenkombination 4/4 wählen. Der ungünstigste Fall ist nun mal, wenn der Elterngeldbezieher in der Steuerklasse 5 ist.

Tipp:

Eltern können nach der Geburt wieder in die – unter normalen Umständen – günstigere Steuerklassenkombination zurückkehren.