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Mein persönlicher Steuersatz – was ist das eigentlich?

Viele Menschen hören den Begriff „persönlicher Steuersatz“, wissen aber nicht genau, was damit gemeint ist. Dabei ist er wichtig, um zu verstehen, wie viel vom eigenen Einkommen tatsächlich an den Staat abgeführt wird – und wie sich ein höheres Gehalt auswirken würde.

Junge Person mit kurzen roten Haaren sitzt entspannt auf einem Sofa und hält nachdenklich einen roten Stift ans Kinn.

Was ist der persönliche Steuersatz?  

Wenn vom persönlichen Steuersatz gesprochen wird, ist in der Regel der sogenannte Durchschnittssteuersatz gemeint. Dieser gibt in Prozent an, wie stark das Einkommen durchschnittlich besteuert wird. Vereinfacht also wie viel vom Einkommen als Steuern an den Staat abgeführt werden. Der genaue Prozentsatz ist abhängig von der Höhe des Einkommens, dem Familienstand, den weiteren Einkünften und den absetzbaren Kosten.  

Der Durchschnittssteuersatz ist dabei vom sogenannten Grenzsteuersatz – teilweise fälschlicherweise auch als persönlicher Steuersatz bezeichnet – zu unterscheiden. Der Grenzsteuersatz bezeichnet den Steuersatz, mit dem ein zusätzlich erzielter Euro an Einkommen besteuert wird. Gerade bei Entscheidungen über Gehaltserhöhungen, Bonuszahlungen oder Nebeneinkünfte ist der Grenzsteuersatz oft von größerer praktischer Bedeutung.  

Wie hoch ist mein persönlicher Steuersatz?  

Wie bereits erläutert, ist es wichtig, zwischen dem Durchschnittssteuersatz und dem Grenzsteuersatz zu unterscheiden. 

Berechnung des Durchschnittssteuersatzes 

Der Durchschnittsteuersatz kann anhand folgender Formel errechnet werden: 

Gezahlte Jahressteuer x 100 / zu versteuerndes Einkommen  

Achtung:

Das zu versteuernde Einkommen ist nicht Ihr Gehalt, sondern die Differenz aus diesem und Ihren absetzbaren Kosten.  

Vereinfacht wird die Rechnung anhand eines Beispiels. Sebastian Steuerring hat ein Jahreseinkommen von 45.000 Euro, kann aber Ausgaben von ca. 5.000 Euro über die Steuererklärung absetzen. Sein zu versteuerndes Einkommen beträgt daher 40.000 Euro. Sebastian zahlt jährlich 5.300 Euro Steuern.  

5.300 Euro x 100 / 40.000 Euro = 13,25 Prozent 

Sebastians persönlicher Steuersatz beträgt 13,25 Prozent. Das bedeutet, im Schnitt werden rund 13 Cent von jedem verdienten Euro an das Finanzamt abgeführt. 

Tipp:

Wem diese Rechnung zu kompliziert ist, kann alternativ auch den Rechner des Bundesministerium der Finanzen nutzen.  

Berechnung des Grenzsteuersatzes 

Für die Berechnung des Grenzsteuersatzes schaut man sich die Steuererhöhung an. Erhöht sich das Einkommen beispielsweise um 1.000 Euro und die Steuer steigt dadurch um 350 Euro, beträgt der Grenzsteuersatz 35 Prozent. 

In den meisten Fällen benötigt man den Grenzsteuersatz aber im Voraus, um damit zusammenhängende Entscheidungen besser treffen zu können. In diesem Fall empfiehlt sich die Verwendung eines Steuerrechners oder die Ermittlung mit den offiziellen Einkommensteuertabellen.  

Warum ist der persönliche Steuersatz wichtig? 

Der persönliche Steuersatz ist eine wichtige Kennzahl, um die eigene steuerliche Belastung besser zu verstehen und finanzielle Entscheidungen fundiert zu treffen.  

Kapitalerträge prüfen 

Bei Zinsen, Dividenden oder Gewinnen aus Wertpapierverkäufen wird in vielen Fällen eine pauschale Steuer erhoben. Liegt der persönliche Steuersatz jedoch unter dieser pauschalen Belastung, kann es günstiger sein, die Kapitalerträge im Rahmen der Einkommensteuererklärung mit dem persönlichen Steuersatz versteuern zu lassen. Ob das der Fall ist, kann neben der eigenen Rechnung auch durch eine Günstigerprüfung ermittelt werden. Diese muss allerdings in der Steuererklärung in Anlage KAP beantragt werden. 

Gehaltserhöhungen besser verstehen 

Viele Arbeitnehmer haben den Eindruck, dass von einer Gehaltserhöhung nur wenig netto übrigbleibt. Das liegt daran, dass in der Ermittlung des Einkommens der sogenannte Grundfreibetrag bereits berücksichtigt ist. Jeder zusätzliche Euro wird daher mit dem Grenzsteuersatz versteuert. In Wirklichkeit steigt also der persönliche Steuersatz auf das gesamte Einkommen nur gering an, allerdings erscheint die Steuerbelastung auf den zusätzlichen Einkommensanteil als sehr hoch.   

Der persönliche Steuersatz hilft dabei, die tatsächliche durchschnittliche Steuerbelastung zu verstehen und eine Gehaltserhöhung realistischer einzuschätzen. 

Steuerersparnis einschätzen 

Wer Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung angibt, kann dadurch das zu versteuernde Einkommen reduzieren. Wie groß der finanzielle Vorteil dabei ist, hängt oft vom persönlichen Steuersatz ab. Grundsätzlich gilt: Je höher der persönliche Steuersatz, desto stärker wirkt sich jeder abziehbare Euro steuerlich aus und desto größer ist die mögliche Steuerersparnis. 

Tipp:

Ihnen ist das alles zu kompliziert und Sie möchten am liebsten Ihre Steuerangelegenheiten abgeben? Dann ist vielleicht eine Mitgliedschaft im Lohnsteuerhilfeverein Steuerring für Sie interessant. Mehr zum Steuerring und seinen Leistungen erfahren Sie hier auf der Webseite – und einen persönlichen Berater in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Beratungsstellensuche.