Arbeit & Ausbildung

Berufskleidung als abzugsfähige Werbungskosten?

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Aufwendungen für typische Berufskleidung zu den abzugsfähigen Werbungskosten gehören. Aber gibt es einen steuerlichen Unterschied zwischen dem Blaumann eines Handwerkes, der Uniform eines Soldaten und Business-Kleidung eines Angestellten?

Arbeiter in Berufskleidung

Mit dieser Frage beschäftigte sich der Bundesfinanzhof (BFH) in seiner Entscheidung vom 13. November 2013. Steuerlich abzugsfähig sind nur Aufwendungen für Kleidung, die „typischerweise“ ausschließlich am Arbeitsplatz getragen wird und für Freizeitzwecke nicht geeignet ist. Dazu gehören z. B. die Schutzkleidung eines Handwerkers, die Uniform eines Soldaten, Polizisten oder Justizbeamten und die Sicherheitsschuhe eines Logistikarbeiters.

Für bürgerliche Kleidung trifft dies aber nicht zu. Selbst wenn sich eine Bankangestellte in ihrer Freizeit lieber leger kleidet, kann das Business-Kostüm auch privat getragen werden. Eine objektive Trennung in einen beruflichen und privaten Teil ist nicht möglich.

Wie sieht das Ergebnis z. B. bei einem Sportlehrer bezüglich seiner Sportbekleidung aus? Hier sollte zumindest ein anteiliger Werbungskostenabzug  möglich sein. Die Sportbekleidung kann zwar auch beim Freizeitsport getragen werden, eine umfangreiche berufliche Nutzung liegt aber zweifelsfrei vor.

Tipp: Führen die Aufwendungen für Ihre typische Berufskleidung zu Werbungskosten, dann denken Sie auch an die Reinigungs- oder Waschkosten in der privaten Waschmaschine. Die Verbraucherverbände haben hierzu Kostensätze pro Kilogramm Wäsche ermittelt.