Arbeit & Ausbildung

Wichtige Steuerregeln zum Beginn der Ausbildung

Viele junge Menschen starten in diesen Wochen ihre Ausbildung und fragen sich: Habe ich nun auch etwas mit dem Finanzamt zu tun? Die Antwort: Ja, aber anfallende Kosten können über eine Steuererklärung zurückgeholt werden.

Eine junge Auszubildende räumt Akten ins Regal.

Bei der Ausbildungsvergütung handelt es sich um Bruttoarbeitslohn, in der Fachsprache um „Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit“. Für die Lohnabrechnung benötigt der Ausbildungsbetrieb die 11-stellige Steuer-Identifizierungsnummer und das Geburtsdatum.
Die meisten Auszubildenden sind ledig und erhalten dadurch die Steuerklasse 1. Zudem ist das Ausbildungs- meist das einzige Arbeitsverhältnis. Ein Lohnsteuerabzug erfolgt dann erst, wenn die Ausbildungsvergütung über 985 Euro pro Monat beträgt. Allerdings müssen auch Auszubildende Beiträge für die gesetzlichen Sozialversicherungen, wie die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen.

Beträgt das Ausbildungsgehalt mehr als 985 Euro oder gibt es Sonderzahlungen, wie z. B. Weihnachtsgeld, erfolgt ein Steuerabzug. Das Geld ist aber oft nicht verloren. Wie jeder Arbeitnehmer kann auch ein Auszubildender nach Ablauf des Jahres eine Steuererklärung abgeben und sich zu viel gezahlte Steuern vom Finanzamt zurückholen.

Für beruflich veranlasste Kosten erhalten auch Auszubildende einen Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr. Oft sind die tatsächlichen Aufwendungen aber höher, beispielsweise durch Fahrten zum Ausbildungsbetrieb, den Besuch der Berufsschule, den Kauf von Fachbüchern oder Gewerkschaftsbeiträge. Da kann einiges zusammen kommen.

Wichtige Hinweise für die Eltern:
Das Kindergeld wird grundsätzlich bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs weiter gezahlt und bereits seit 2012 nicht mehr mit den Einkünften des Kindes verrechnet. Bei einer zweiten Ausbildung kann der Fiskus den Umfang einer weiteren Tätigkeit des Kindes prüfen. Bei jungen Berufseinsteigern ist das aber meistens nicht der Fall.

Die vom Kind gezahlten Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung können – statt von dem Kind – auch von den Eltern in ihrer Steuererklärung angegeben werden. Das bringt den Eltern oft einen zusätzlichen Steuervorteil.

Wohnt das volljährige Kind nicht mehr zuhause, erhalten die Eltern über die Steuererklärung einen Ausbildungsfreibetrag bis maximal 924 Euro im Jahr.