Steuer-1x1Arbeit & Ausbildung

Wichtige Fakten zum häuslichen Arbeitszimmer

Viele Arbeitnehmer nutzen in ihrer privaten Wohnung ein Arbeitszimmer, um dort berufliche Arbeiten zu erledigen, vorzubereiten oder abzuschließen. Aber nicht immer können sie das Finanzamt durch einen Werbungskostenabzug an den Kosten beteiligen. Das Einkommensteuergesetz setzt enge Grenzen.

Junger Mann im häuslichen Arbeitszimmer am Schreibtisch

Die gesamten Aufwendungen dürfen in der Steuererklärung nur berücksichtigt werden, wenn der qualitative Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit im Arbeitszimmer liegt. Diese Bedingung ist nur in wenigen Fällen erfüllt, z. B. wenn ein Arbeitnehmer ausschließlich in seinem Homeoffice arbeitet oder er ingenieurähnliche Arbeiten zuhause verrichtet und dabei die Außendiensttätigkeit qualitativ in den Hintergrund tritt.

Wenn für die berufliche Tätigkeit beim Arbeitgeber kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, können Betroffene bis zu 1.250 Euro in der Steuererklärung geltend machen. Von dieser Regelung profitieren z. B. Lehrer und Außendienstmitarbeiter. Aber auch bei einer beruflichen Fortbildung besteht diese Abzugsmöglichkeit.

Am 26. Februar 2014 entschied der Bundesfinanzhof (BFH)  zwei interessante Sachverhalte:

In einem Verfahren wurde geklärt, ob ein Arbeitnehmer die Aufwendungen für sein Arbeitszimmer bis zu 1.250 Euro ansetzen darf, wenn er bei seinem Arbeitgeber nur über einen „Pool-Arbeitsplatz“ verfügt. Mehrere Arbeitnehmer mussten sich einen Arbeitsplatz teilen und es war nicht sichergestellt, dass immer ein freier Platz vorhanden war. Der BFH kam zu einem positiven Ergebnis und ließ den Abzug zu.

Im zweiten Fall war fraglich, ob ein Arbeitnehmer mit einem Tele-Arbeitsplatz die Aufwendungen für sein Arbeitszimmer steuerlich abrechnen darf. Er war aber nicht nur zuhause tätig, sondern hatte auch einen fest zugewiesenen individuellen Arbeitsplatz im Betrieb. Der BFH entschied negativ, da ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stand. Die genehmigte Heimarbeit an den festgelegten Tagen ändert daran nichts.

Tipp 1: Für das häusliche Arbeitszimmer gibt es keinen Pauschbetrag. Die Aufwendungen müssen jeweils individuell berechnet werden – dabei helfen wir Ihnen gerne.

Tipp 2: Ausschließlich beruflich genutzte Arbeitsmittel, wie z. B. ein Schreibtisch oder ein Regal führen auch dann zu Werbungskosten, wenn die Abzugsvoraussetzungen für das Arbeitszimmer nicht vorliegen oder der Höchstbetrag von 1.250 Euro mit den Raumkosten bereits überschritten wird.