Wohnen & Vermieten

Vermietung: „Freundschaftspreise“ vermeiden

Mieteinnahmen gehören zu den steuerpflichtigen Einkünften. Vermieter können von den Einnahmen aber verschiedene Aufwendungen als Werbungskosten abziehen. Das sind z. B. die Abschreibung (AfA), Finanzierungskosten, Erhaltungsaufwendungen und Nebenkosten. Werden weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Miete verlangt, kürzt das Finanzamt die ansetzbaren Werbungskosten.

Ein Paar bekommt den Wohnungsschlüssel überreicht.

Von Angehörigen wird häufig weniger Miete verlangt, als von Fremden. Das ist grundsätzlich möglich und hat erstmal keine Auswirkungen auf den vollen Werbungskostenabzug. Beträgt die Miete aber weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Marktmiete, erfolgt eine Kürzung aller Werbungskosten.

Beispiel:
Die ortsübliche Miete beträgt 10 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Vermieter und Mieter vereinbaren vertraglich aber nur 6 Euro.

Damit beläuft sich die Miete auf 60 Prozent der ortsüblichen Miete. Also sind alle Werbungskosten auch nur zu 60 Prozent abzugsfähig. Bei einer Miete von 6,60 Euro oder besser 7 Euro, bliebe der ungekürzte Werbungskostenabzug erhalten.

Der Vergleich erfolgt immer mit der Warmmiete, also einschließlich der Nebenkosten. Diese Regelung ist vorteilhaft, da sich „Freundschaftspreise“ meist nur auf die Kaltmiete beziehen. Heizung, Wasser und andere umlagefähigen Kosten zahlen auch Angehörige überwiegend in voller Höhe.

In manchen Gemeinden liefern Mietspiegel eine Richtgröße zur ortsüblichen Miethöhe. Ist kein amtlicher Mietspiegel vorhanden, helfen Vergleichsmieten aus der Nachbarschaft, Mietergesuche für freie Wohnungen oder Angebote von Maklern.

Tipp: Rechnen Sie nicht zu knapp. Die marktübliche Miete ist in der Praxis häufig ein Streitpunkt. Verlangen Sie zur Sicherheit lieber mehr und sichern Sie sich dadurch den vollen Abzug der Werbungskosten.