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Umziehen mit dem Fiskus

Wer aus beruflichen Gründen umzieht, darf die Aufwendungen unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Aber auch private Umzüge können zu einem Steuervorteil führen.

Ein Mann trägt zwei Umzugskartons und schaut hinter ihnen hervor.

Beruflicher Umzug
Meist veranlasst ein neuer Job einen beruflich bedingten Umzug. Das Finanzamt erkennt einen Wohnungswechsel aber auch an, wenn sich die Fahrtzeit zum Arbeitsplatz täglich um mindestens eine Stunde verkürzt. Bei Ehegatten werden die Voraussetzungen einzeln geprüft; Verkürzungen der jeweiligen Fahrtzeiten dürfen nicht zusammen gerechnet werden, um die Stunde zu erreichen.

Folgende Aufwendungen können Sie in Ihrer Steuererklärung beispielsweise ansetzen:
•Reisekosten zum Suchen und Besichtigen der neuen Wohnung
•Maklerkosten
•Transportkosten Ihrer Möbel und des Hausrats. Das gilt auch, wenn Sie den Transport selbst durchgeführt haben, z. B. mit einem geliehenen Transporter oder eigenem Fahrzeug
•Reisekosten beim durchgeführten Umzug
•Doppelte Mietzahlungen, für die neue und/oder alte Wohnung in einem bestimmten Umfang
•Eine Umzugskostenpauschale (Beträge sind gültig bei Umzügen ab 1. März 2015): Verheiratete, eingetragene Lebenspartnerschaften, Geschiedene, Verwitwete und Alleinerziehende = 1.460 Euro Ledige = 730 Euro Jede weitere Person, z. B. Kinder = 322 Euro
•Pauschbeträge für umzugsbedingte Unterrichtskosten für Kinder

Tipp: Legen Sie dem Finanzamt – als Nachweis der kürzeren Fahrtzeit – Aufzeichnungen über die Dauer der Fahrten von der alten und der neuen (geplanten) Wohnung vor. Die Aufzeichnungen müssen repräsentativ sein und die tatsächliche Tageszeit berücksichtigen.

Privater Umzug
Umzugsdienstleistungen sind haushaltsnah. Deshalb gewährt das Finanzamt einen Steuerbonus von 20 Prozent der Aufwendungen.

Tipp: Begleichen Sie die Rechnung der Spedition nicht bar, sondern per Überweisung oder EC-Karte. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.