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Steuertipps zum Jahresende

Das Jahresende 2015 kommt mit schnellen Schritten näher. Neben den Weihnachts-Vorbereitungen sollten Steuerzahler nochmals prüfen, ob sie ihre steuerliche Situation optimieren können. Was muss noch dieses Jahr geregelt werden, um keine Fristen zu versäumen oder um das Ergebnis zu verbessern?

Ein Sparschwein auf einer Mütze

Einkommensteuererklärung 2011
All jene, die ihre Steuererklärung freiwillig machen (Antragsveranlagung), müssen diese für das Steuerjahr 2011 bis zum 31. Dezember 2015 beim Finanzamt einreichen. Die Frist von vier Jahren gilt auch für den Antrag auf Arbeitnehmer-Sparzulage.

Kürzere Fristen
Für den Antrag auf Wohnungsbauprämie und für die Riester-Zulagen haben sich die Fristen auf zwei Jahre verkürzt. Die Anträge für das Jahr 2013 müssen daher bis zum Jahresende 2015 bei der Bausparkasse bzw. beim Riesteranbieter eingegangen sein.

Abflussprinzip beachten
Generell gilt: Aufwendungen werden in dem Steuerjahr berücksichtigt, in dem sie gezahlt werden (abfließen).

Werbungskosten bei Arbeitnehmertätigkeit
Das Finanzamt berücksichtigt bei Werbungskosten einen Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Falls Steuerzahler mit Aufwendungen den Pauschbetrag nicht oder nur knapp überschreiten, sollten sie prüfen, ob sie Zahlungen in das Jahr 2015 vorziehen oder erst 2016 vornehmen. Über die beiden Steuerjahre gesehen, kann sich dadurch eine höhere Steuerersparnis ergeben.

Handwerkerleistungen
Der Steuerbonus für Handwerkerleistungen beträgt 20 Prozent von maximal 6.000 Euro an Aufwendungen. Haben Steuerzahler diesen Betrag bereits erreicht oder überschritten, sollten sie mit dem Handwerker vereinbaren, dass sie weitere Rechnungen erst 2016 zahlen. Eine vergleichbare Überlegung gilt bei größeren geplanten Arbeiten im Jahr 2016. Wurde der Maximalbetrag in 2015 noch nicht erreicht, können Betroffene mit einer vorgezogenen Abschlagsrechnung das Ergebnis optimieren.

Krankheitskosten
Das Finanzamt zieht bei Krankheitskosten eine zumutbare Belastung ab, die von dem Einkommen und dem Familienstand des Betroffenen abhängig ist. Durch die Bündelung von Aufwendungen (z. B. für eine neue Brille) können sie ggf. einen größeren verbleibenden Abzug erreichen.

Riesterverträge
Um die vollen Zulagen zu erhalten, müssen Sparer einen Mindesteigenbetrag einzahlen. Dieser beläuft sich auf vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Entgelts bzw. der Beamtenbezüge, abzüglich der zustehenden Zulagen. Maßgebend sind immer die Daten des Vorjahres; für das Einzahlungsjahr 2015 also die Daten des Jahres 2014. Riester-Sparer sollten vor Jahresende überprüfen, ob ihre Einzahlungen ausreichen. Schon mit einer Einzelüberweisung können sie den Mindestbetrag „auffüllen“.

Kapitalanlage
Ab dem Jahr 2016 benötigen die Banken die Steuer-ID ihrer Kunden. Sonst verlieren erteilte Freistellungsaufträge ihre Gültigkeit.

Haben Sparer bei mehreren Banken Kapital angelegt und durch Veräußerungsgeschäfte entstehen bei einer Bank Gewinne und bei einer anderen Verluste, können diese „entnommen“ werden. Dazu ist eine Verlustbescheinigung nötig, die bis zum 15. Dezember 2015 beantragt werden muss. Mit ihr können die Verluste im Rahmen der Einkommensteuererklärung mit Gewinnen verrechnet werden.

Über den Steuerring:
Der Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland e. V. (Steuerring) zählt mit rund 280.000 Mitgliedern und über 1.000 Beratungsstellen zu den größten Lohnsteuerhilfevereinen in Deutschland. Der Steuerring wurde 1969 gegründet. Seither erstellt der Verein für seine Mitglieder die Steuererklärungen und bietet ihnen Steuerberatung (gem. § 4 Nr. 11 Steuerberatungsgesetz).