Steuer-1x1

Steueränderungen im Jahr 2015

Das Jahr 2015 hat begonnen und damit treten wichtige Änderungen in Kraft. Wir informieren Sie über neue Regelungen im Steuerrecht.

Taschenrechner mit 2015 im Display

Beiträge für die Altersvorsorge
Bisher galt für den Abzug von Altersvorsorgeaufwendungen (z. B. Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder für private Basis-Rentenversicherungen) ein  Höchstbetrag von 20.000 Euro pro Person. Im Jahr 2015 sind Einzahlungen bis zu 22.172 Euro abzugsfähig. Zudem wurde der Höchstbetrag an den der knappschaftlichen Rentenversicherung angepasst und damit dynamisiert. Im Jahr 2015 sind von den eingezahlten Beträgen 80 Prozent abzugsfähig.

Tipp: Prüfen Sie, in welchem Umfang zusätzliche Einzahlungen in eine private Basis-Rente begünstigt sind. Voraussetzung: Die Versicherungsgesellschaft meldet die eingezahlten Beiträge elektronisch an das Finanzamt. Dafür ist immer Ihre Zustimmung erforderlich. 

Erste und zweite Berufsausbildung
Aufwendungen für eine erste Berufsausbildung können Sie bis 6.000 Euro als Sonderausgaben abziehen. Dagegen führen Kosten einer zweiten Berufsausbildung (z. B. Studium nach einem Berufsabschluss bzw. ein Zweitstudium) bereits zu Werbungskosten und bei fehlenden Einnahmen ggf. zu einem steuerlichen Verlust.

Ab dem Jahr 2015 muss die erste Ausbildung mindestens zwölf Monate dauern. Kurze Ausbildungen, z. B. zum Rettungssanitäter oder zur Flugbegleiterin genügen nicht mehr, um bei einem anschließenden Studium die Vorteile des Werbungskostenabzugs zu erhalten.

Tipp: Der Bundesfinanzhof ist der Meinung, dass Aufwendungen für eine Berufsausbildung immer Werbungskosten sind. Das letzte Wort hat nun das Bundesverfassungsgericht. Beantragen Sie daher immer den Abzug von Werbungskosten. 

Altersbezüge
Bei Neurentnern des Jahres 2015 erhöht sich der steuerpflichtige Anteil der Rente auf 70 Prozent. Für Neupensionäre reduzieren sich der Versorgungsfreibetrag und der dazugehörige Zuschlag.

Tipp: Die höhere Besteuerung auf der Einnahmeseite muss nicht zwangsläufig auch zu einer höheren Steuerlast führen. Das Steuerrecht enthält eine Fülle von Abzugsmöglichkeiten. Beispielhaft erwähnen wir Versicherungsbeiträge, Spenden, Krankheitskosten, Pauschbeträge aufgrund einer Behinderung oder den Steuerbonus für Handwerkerleistungen. 

Grundfreibetrag und Förderung für Familien
Der Grundfreibetrag sorgt dafür, dass das Existenzminimum steuerfrei bleibt. Er beläuft sich wie im Jahr 2014 auf 8.354 Euro pro Person. Voraussichtlich muss der Gesetzgeber aber aus verfassungsrechtlichen Gründen für das Jahr 2015 eine Erhöhung auf 8.472 Euro beschließen. Die Kinderfreibeträge müssten um 72 Euro und das Kindergeld um vier Euro steigen.