Arbeit & Ausbildung

Sind Studienkosten abzugsfähig?

Werbungskosten aufgrund eines Studiums oder einer Berufsfortbildung können zu einem steuerlichen Verlust führen, falls diese höher als die Einnahmen sind. In den Folgejahren kann der Verlust genutzt und mit dem Einkommen verrechnet werden. Fraglich ist, ob dies auch für ein Studium oder eine Berufsausbildung direkt nach einem Schulabschluss gilt.

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Der Gesetzgeber hat die Kosten für ein Erststudium oder eine erstmalige Berufsausbildung dem privaten Bereich zugeordnet. Berufliche Aufwendungen liegen demnach noch nicht vor. Diese Regelung überprüfte der Bundesfinanzhof (BFH) in seinem Urteil vom 5. November 2013 und bestätigte den Gesetzgeber. Im verhandelten Fall war zu klären, ob ein Jurastudent seine Kosten als vorweggenommene Betriebsausgaben (oder Werbungskosten) ansetzen kann. Sein Studium begann er direkt nach dem Abitur.

Nach Auffassung des höchsten Steuergerichts sind Studienkosten im Rahmen eines Erststudiums nicht ausschließlich beruflich veranlasst, da noch kein konkreter Zusammenhang zu einer späteren beruflichen Tätigkeit besteht. Das Augenmerk liegt eher auf privaten (Mit-)Interessen.

Es sind zwar noch weitere Revisionsverfahren zu diesem Thema beim BFH anhängig, das vorliegende Urteil dürfte aber einen ersten und entscheidenden Trend zeigen.

Tipp: Liegt bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vor, führen Kosten eines Erststudiums zu vorweggenommenen Werbungskosten. Hierbei kann es sich auch um eine relativ kurze berufliche Ausbildung handeln, z. B. zum Rettungssanitäter oder zur Flugbegleiterin. Auch die Kosten eines Zweit- oder Ergänzungsstudiums (Master nach Bachelor) sowie Aufwendungen für den Besuch einer Meister- oder Technikerschule sind bereits als Werbungskosten ansetzbar.

Für unseren Jurastudenten bedeutet dies: Das erste juristische Staatsexamen ist ein berufsqualifizierender Abschluss. Führt er das Studium darüber hinaus fort, hat er vorweggenommene Werbungskosten.