Rente & Vorsorge

Riester und Rürup: wichtiger Check zum Jahresende

Riester- und Rürup-Versicherungen sind zusätzliche private Altersvorsorgen, die vom Staat steuerlich gefördert bzw. mit Zulagen unterstützt werden. Damit Sie die komplette Förderung erhalten, sollten Sie vor dem Jahreswechsel genau auf die Verträge schauen und diese eventuell noch mal optimieren.

Ein blauer Aktenordner ist mit dem Wort Altersvorsorge beschriftet – davor liegen Geldscheine, eine Kugelschreiber und ein Taschenrechner.

Riester-Verträge
Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, bekommt vom Staat eine Grundzulage und Kinderzulagen. Zudem kann der Riester-Sparer ggf. noch von zusätzlichen Steuervorteilen profitieren. Generell erhalten Sie die staatlichen Zulagen aber nur dann in voller Höhe, wenn Sie einen Mindesteigenbeitrag selbst einzahlen. Dieser beläuft sich auf vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Entgelts, abzüglich der zustehenden Zulagen. Maßgebend sind dabei immer die Daten des Vorjahres; für das Einzahlungsjahr 2017 also die Daten des Jahres 2016. Zahlen Sie den Mindesteigenbeitrag z. B. nur zur Hälfte ein, verringern sich auch die Zulagen auf die Hälfte. Der Vorteil eines Riester-Vertrages geht somit zumindest teilweise verloren.

Auch Beamte und vergleichbare Berufsgruppen können riestern. Der Mindesteigenbeitrag beläuft sich auch bei ihnen auf vier Prozent der Besoldungsbezüge des Vorjahres. Zusätzlich müssen die Besoldungsstellen die Höhe der Besoldung elektronisch melden. Dafür ist Ihre Zustimmung rückwirkend nur für zwei Jahre möglich. Ohne Ihre Einwilligung wird keine Riester-Förderung gewährt.

Wichtig: Riester-Verträge müssen ebenfalls zertifiziert sein und die Einzahlungen vom Vertragspartner elektronisch gemeldet werden.

Tipp:

Prüfen Sie als Riester-Sparer vor Jahresende, ob Ihre Einzahlungen ausreichen. Sonst können Sie mit einer Sonderzahlung noch in diesem Jahr den Mindesteigenbeitrag auffüllen – und damit den vollen Zuschuss vom Staat kassieren.

Rürup-Versicherung
Rürup-Versicherungen werden auch als Basis-Rentenversicherungen bezeichnet. Die Zahlungen in eine solche Versicherung können in der Steuererklärung als Altersvorsorgeaufwendungen berücksichtigt werden. Gemeinsam mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung bzw. den Zahlungen in ein berufsständisches Versorgungswerk, beträgt die Förderung im Jahr 2017 pro Person 23.362 Euro. Generell erreichen die Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder in ein Versorgungswerk nicht diesen Höchstbetrag - daher bleibt hier noch Raum für zusätzliche Einzahlungen.

Ihre Steuerersparnis steigt jedes Jahr an, denn der Anteil, den Sie geltend machen können, erhöht sich jährlich um zwei Prozent. Für 2017 bedeutet das: 84 Prozent Ihrer Beiträge sind steuerlich absetzbar. Der Gesetzgeber hat dabei sichergestellt, dass die Zahlungen aufgrund verschiedener Vergleichsrechnungen zu einem steuerlichen Vorteil führen.

Wichtig: Die begünstigten Verträge müssen zertifiziert sein. Außerdem ist es erforderlich, dass das Versicherungsunternehmen die Beiträge elektronisch an das Finanzamt übermittelt. Dazu müssen Sie, unter Angabe Ihrer Steuer-ID, zustimmen.

Tipp:

Schöpfen Sie den steuerlich geförderten Betrag komplett aus – das kann auch über eine einmalige Zahlung zum Jahresende erfolgen.