Rente & Vorsorge

Riester und Rürup: wichtiger Check zum Jahresende

Riester- und Rürup-Renten sind private Altersvorsorgen, die der Staat steuerlich fördert bzw. mit Zulagen unterstützt. Damit Sie die komplette Förderung erhalten, sollten Sie vor dem Jahreswechsel genau auf die Verträge schauen – und diese noch mal optimieren.

An einer Wand kleben neun Post-its, die unter anderem mit den Begriffen Riester, Rürup und Steuererklärung beschriftet sind. Rechts daneben befinden sich auf einem Tisch ein Wecker, ein Laptop und ein Block mit Stift. Links daneben sind Bücher gestapelt und es liegt eine Brille auf einem Stapel Papier.

Riester-Rente
Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, bekommt vom Staat zum einen eine Grundzulage. Diese wurde ab dem Steuerjahr 2018 von 154 Euro auf 175 Euro erhöht. Zum anderen erhalten Sparer mit kindergeldberechtigten Kindern eine Kinderzulage – für  Kinder, die bis Ende 2007 geboren sind, 185 Euro und für ab 2008 geborene Kinder 300 Euro.

Achtung: Die staatlichen Zulagen stehen Ihnen nur dann in voller Höhe zu, wenn Sie einen Mindesteigenbeitrag selbst einzahlen. Dieser beläuft sich auf vier Prozent Ihres sozialversicherungspflichtigen Entgelts, abzüglich der zustehenden Zulagen. Maßgebend sind dabei immer die Daten des Vorjahres – für das Einzahlungsjahr 2018 also die Daten des Jahres 2017. Zahlen Sie den Mindesteigenbeitrag beispielsweise nur zur Hälfte ein, verringern sich auch die Zulagen auf die Hälfte. Der Vorteil eines Riester-Vertrages geht somit zumindest teilweise verloren.

Tipp:

Prüfen Sie als Riester-Sparer vor dem baldigen Jahresende, ob Ihre Einzahlungen ausreichen. Falls nicht, füllen Sie mit einer Sonderzahlung noch in diesem Jahr den Mindesteigenbeitrag auf – und kassieren Sie so den vollen Zuschuss vom Staat.

Wichtig ist außerdem, dass der Riester-Vertrag zertifiziert ist und die Einzahlungen vom Vertragspartner elektronisch an das Finanzamt gemeldet werden. Dazu müssen Sie, unter Angabe Ihrer Steuer-ID, zustimmen. Als Riester-Sparer können Sie dann von zusätzlichen Steuervorteilen profitieren, indem Sie die eingezahlten Beiträge in der Steuererklärung ansetzen.

Beamte und vergleichbare Berufsgruppen dürfen ebenfalls riestern. Der Mindesteigenbeitrag beläuft sich auch hier auf vier Prozent der Besoldungsbezüge des Vorjahres. Zusätzlich müssen die Besoldungsstellen die Höhe der Besoldung elektronisch melden.

Rürup-Rente
Die Rürup-Rente wird oftmals als Basis-Rentenversicherung bezeichnet. Die Zahlungen in eine solche Versicherung berücksichtigt das Finanzamt in der Steuererklärung als Altersvorsorgeaufwendungen. Gemeinsam mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung bzw. den Zahlungen in ein berufsständisches Versorgungswerk, beträgt die Förderung im Jahr 2018 pro Person 23.808 Euro. Generell erreichen die Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder in ein Versorgungswerk nicht diesen Höchstbetrag, sodass Ihnen Raum für zusätzliche Einzahlungen bleibt. Schöpfen Sie am besten den steuerlich geförderten Betrag komplett aus – das kann auch über eine einmalige Zahlung zum Jahresende erfolgen.

Ihre Steuerersparnis steigt jedes Jahr an, denn der Anteil, den Sie geltend machen können, erhöht sich jährlich um zwei Prozent. Für 2018 bedeutet das: 86 Prozent Ihrer Beiträge sind steuerlich absetzbar. Der Gesetzgeber hat dabei sichergestellt, dass die Zahlungen aufgrund verschiedener Vergleichsrechnungen zu einem steuerlichen Vorteil führen. Die begünstigten Verträge müssen ebenfalls zertifiziert und die Beiträge vom Versicherungsunternehmen elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden.

Tipp:

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