Krankheit & BehinderungSteuer-1x1

Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung

Das Steuerrecht unterstützt Menschen mit Behinderung finanziell durch Pauschbeträge – gestaffelt nach dem Grad der Behinderung. In manchen Fällen sind auch die Merkzeichen oder zusätzliche Bescheinigungen wichtig. Wir erläutern Ihnen die wesentlichen Punkte für Ihre Steuererklärung.

Eine ältere Frau sitzt im Rollstuhl vor einem Bett in einem dekorativ gestalteten Zimmer. Sie blickt lächelnd nach oben zu einer jüngeren Frau, die ihr unterstützend die Hand auf die Schulter legt. Beide Frauen wirken glücklich.

Pauschbeträge sind Mindestbeträge, die das Finanzamt beim Festlegen der Einkommensteuer anrechnet, ohne dass der Steuerpflichtige einzelne Kostenbelege vorweisen muss. Die Höhe der steuerlichen Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung richtet sich nach dem Grad der Behinderung (GdB):

Sind Menschen mit Behinderung blind (Merkzeichen Bl) oder hilflos (Merkzeichen H), steigt der Pauschbetrag auf 3.700 Euro an.

Damit das Finanzamt den Pauschbetrag in der Steuererklärung gewährt, ist ein amtlicher Nachweis erforderlich: Ab einem GdB von 50 steht Ihnen ein Schwerbehindertenausweis zu, für einen GdB unter 50 wird eine spezielle Bescheinigung ausgestellt. Ausweis sowie Bescheinigung erhalten Sie beim Versorgungsamt oder – in Abhängigkeit vom Bundesland – beim Landratsamt.

Ihr GdB beträgt weniger als 50, aber mindestens 25? Dann berücksichtigt das Finanzamt den Pauschbetrag nur, wenn Ihnen die ausstellende Behörde zusätzlich bescheinigt, dass die Behinderung

  • Ihre körperliche Beweglichkeit dauerhaft einschränkt oder
  • eine Berufskrankheit die Ursache der Behinderung ist.

Steht einem steuerlich zu berücksichtigenden Kind der Pauschbetrag zu, kann dieser mittels Antrag bei den Eltern gewährt werden. Voraussetzung ist jedoch, dass das Kind den Pauschbetrag nicht selbst in Anspruch nimmt.

Beim Pauschbetrag handelt es sich um einen Jahresbetrag: Er wird also nicht zeitanteilig gekürzt, wenn die Voraussetzungen erst während des Jahres eintreten oder wegfallen. Ändert sich der GdB innerhalb eines Jahres, ist der Pauschbetrag des höheren GdB maßgebend.

Tipp:

Der Bescheid über die Feststellung eines GdB ist ein Grundlagenbescheid. Wird der GdB rückwirkend festgestellt, kann ein bereits bestandskräftiger Steuerbescheid geändert werden – diese Vorschrift greift auch dann, wenn Sie vergessen haben, den Pauschbetrag zu beantragen. Allerdings sind Änderungen nur innerhalb der Festsetzungsfrist möglich.

Ihnen ist das alles zu kompliziert? Dann kommen Sie doch zum Steuerring, lassen Sie sich Ihre Steuererklärung erstellen und nutzen Sie die weiteren Vorteile einer Mitgliedschaft.