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Mit dem Finanzamt auf Fahrradtour

Fahrradfahren tut der Gesundheit und der Umwelt gut. Immer öfter bieten Arbeitgeber ihren Angestellten deshalb ein Dienstfahrrad an – meist mit elektronischer Unterstützung. Wir erklären die steuerlichen Spielregeln.

Geschäftsfrau mit Sonnenbrille fährt auf einem E-Bike durch eine Straße. Im Hintergrund sind Bäume und Häuser zu sehen.

E-Bike, S-Pedelec, Pedelec … Die Begriffe rund um Elektrofahrräder werden in Deutschland oft vermischt. Aufgepasst: Im Steuerrecht ist der Unterschied entscheidend – zumindest, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen ein Dienstfahrrad zur Verfügung stellt und Sie mit diesem auch zum Arbeitsplatz radeln.

Zunächst zu den Definitionen: Ein Pedelec ist ein Fahrrad mit Elektrounterstützung, während der Radler gleichzeitig in die Pedale tritt. Der Elektromotor wird also lediglich hinzugeschaltet – das Zweirad bewegt sich nicht von selbst fort.

Ein E-Bike oder S-Pedelec hingegen fährt auch ohne körperlichen Einsatz des Fahrers und kann Geschwindigkeiten von bis zu 35 km/h erreichen. Steuerrechtlich handelt es sich beim E-Bike oder S-Pedelec daher um ein Kraftfahrzeug.

Das Dienstfahrrad bezeichnet man generell auch als Job-Bike.

Steuerliche Auswirkungen

Ein Dienstfahrrad wird steuerlich grundsätzlich so behandelt wie ein Dienstauto. Das heißt: Ist in Ihrem Arbeitsvertrag die private Nutzung des Job-Bikes erlaubt, versteuert Ihr Arbeitgeber einen geldwerten Vorteil – unabhängig von Pedelec, E-Bike oder S-Pedelec. Der geldwerte Vorteil beträgt hier 1 Prozent des Listenpreises.

Ist die Entfernung überschaubar, nutzen viele Arbeitnehmer das Job-Bike auch für die Fahrten zum Arbeitsplatz. Dabei wird der erwähnte begriffliche Unterschied relevant: Bei einem Pedelec, das nicht als Kraftfahrzeug gilt, ist auch kein zusätzlicher geldwerter Vorteil für Fahrten zum Arbeitsplatz zu versteuern. E-Bikes oder S-Pedelecs sind jedoch den Kraftfahrzeugen zugeordnet. Die Folge: Ihr Arbeitgeber muss, neben der Besteuerung für private Fahrten, einen zweiten geldwerten Vorteil berechnen. Dieser beträgt 0,03 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer.

Beispiel

Sie nutzen Ihr Job-Bike sowohl privat als auch für die Strecke zum Arbeitsplatz. Das Rad hat einen Listenpreis von 2.980 Euro. Dieser Preis darf auf die volle Hunderterstelle abgerundet werden. Somit sind 2.900 Euro maßgebend. Die Entfernung zum Arbeitsplatz beträgt in unserem Rechenbeispiel 6 Kilometer.

Hinweis: Das Beispiel zeigt die pauschale Ermittlung des geldwerten Vorteils. Dieser wird jeden Monat zum eigentlichen Brutto-Lohn hinzuaddiert und über die Lohnabrechnung direkt vom Arbeitgeber mitversteuert. Wie beim Dienstauto ist aber auch beim Job-Bike ein Wechsel zur Fahrtenbuchmethode möglich – das dürfte sich in den meisten Fällen jedoch nicht lohnen.

Tipp:

Setzen Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung für die Fahrten zum Arbeitsplatz die Pendlerpauschale von 0,30 Euro pro Entfernungskilometer als Werbungskosten an.