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Lohnsteuerabzug: Freibetrag jetzt beantragen

Pendeln, Kinderbetreuung, Unterhalt: Wer regelmäßig hohe monatliche Kosten hat, kann sich den passenden Freibetrag beim Finanzamt eintragen lassen und so das monatliche Nettoeinkommen steigern. Bis zum 30.11. ist es möglich, beim zuständigen Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für das laufende Jahr zu stellen.

Eine Frau sitzt an ihrem PC und füllt parallel ihre Unterlagen aus.

Das Einkommensteuergesetz regelt, welche voraussichtlichen Abzugsbeträge als Freibetrag in Frage kommen. Das sind zum Beispiel:

- Werbungskosten bei Arbeitnehmereinkünften, wenn diese den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro übersteigen
- Sonderausgaben, wie z. B. Kinderbetreuungskosten, Schulgeld oder Spenden
- Außergewöhnliche Belastungen, wie Unterhaltsaufwendungen, Pauschbeträge für behinderte Menschen oder den Pflegepauschbetrag
- Der vierfache Betrag der zu erwartenden Steuerermäßigung gemäß §35a EStG (Handwerkerbonus oder haushaltsnahe Dienstleistungen)
- Entlastungsbetrag für Alleinerziehende im Jahr des Witwensplittings

Der voraussichtliche steuerfreie Betrag muss höher als 600 Euro im Jahr sein, sonst wird kein Freibetrag eingetragen. Ausnahme: Der Erhöhungsbetrag für Alleinerziehende von jährlich 240 Euro kann ab dem zweiten Kind bei Alleinerziehenden als ELStAM berücksichtigt werden.

Für das Steuerjahr 2017 ist es möglich, Freibeträge bereits ab dem 1. Oktober 2016 zu beantragen. Dafür stehen zwei Vordrucke zur Verfügung:

- Normaler Antrag auf Lohnsteuerermäßigung (gilt vorwiegend für erstmalige Anträge)
- Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung (wenn sich ein bereits vorhandener Freibetrag nicht verändert oder verringert)

Bis zum 30. November 2016 können Steuerzahler auch noch Anträge für das Steuerjahr 2016 einreichen.

Die für das Steuerjahr 2016 bereits beantragten Freibeträge waren erstmals zwei Jahre – also auch für 2017 – gültig. Wer letztes Jahr entsprechende Anträge gestellt hat, muss jetzt nichts tun. Wichtig: Betroffene sollten die Höhe des Freibetrags dennoch ständig kontrollieren.  Besteht die Möglichkeit einen höheren Freibetrag zu erhalten, können sie das nachträglich beantragen.

Wird der Freibetrag im Laufe der zwei Jahre zu hoch, zum Beispiel durch einen Wechsel des Arbeitsplatzes zu einem nicht mehr so weit entfernten Arbeitgeber, muss das dem Finanzamt mitgeteilt werden. Es korrigiert den Eintrag in der Datenbank nach unten.

Wer durch eingetragene Freibeträge Steuern sparen möchte, fällt in die sogenannte Pflichtveranlagung und muss eine Steuererklärung abgeben. Das Finanzamt prüft, ob der Lohnsteuerabzug durch den Freibetrag gegebenenfalls zu niedrig war.

Über den Steuerring:
Der Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland e. V. (Steuerring) zählt mit rund 300.000 Mitgliedern und über 1.100 Beratungsstellen zu den größten Lohnsteuerhilfevereinen in Deutschland. Der Steuerring wurde 1969 gegründet. Seither erstellt der Verein für seine Mitglieder die Steuererklärungen und bietet ihnen Steuerberatung (gem. § 4 Nr. 11 Steuerberatungsgesetz).