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Lohnsteuerabzug 2016: Freibetrag jetzt beantragen

Beim Lohnsteuerabzug kann ein Steuerfreibetrag angerechnet werden. Dadurch reduziert sich der zu versteuernde Betrag und damit auch die monatlich zu zahlenden Steuern. Der Arbeitgeber darf den Freibetrag aber nur berücksichtigen, wenn dieser auf Antrag vom Finanzamt als Elektronisches-Lohnsteuer-Abzugsmerkmal (ELStAM) in der Datenbank eingetragen ist.

Ein Paar füllt Anträge gemeinsam aus.

Das Einkommensteuergesetz regelt, welche voraussichtlichen Abzugsbeträge als Freibetrag in Frage kommen. Das sind zum Beispiel:

● Werbungskosten bei Arbeitnehmereinkünften, wenn diese den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro übersteigen
● Sonderausgaben, wie z. B. Kinderbetreuungskosten, Schulgeld oder Spenden
● Außergewöhnliche Belastungen, wie Unterhaltsaufwendungen, Pauschbeträge für behinderte Menschen oder den Pflegepauschbetrag
● Der vierfache Betrag der zu erwartenden Steuerermäßigung gemäß §35a EStG (Handwerkerbonus oder haushaltsnahe Dienstleistungen)
● Entlastungsbetrag für Alleinerziehende im Jahr des Witwensplittings

Der voraussichtliche steuerfreie Betrag muss höher als 600 Euro im Jahr sein, sonst wird kein Freibetrag eingetragen. Ausnahme: Der Erhöhungsbetrag für Alleinerziehende von jährlich 240 Euro kann ab dem zweiten Kind bei Alleinerziehenden als ELStAM berücksichtigt werden.

Für das Steuerjahr 2016 ist es möglich Freibeträge bereits ab dem 1. Oktober 2015 zu beantragen. Dafür stehen zwei Vordrucke zur Verfügung:

● Normaler Antrag auf Lohnsteuerermäßigung (gilt vorwiegend für erstmalige Anträge)
● Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung (wenn sich ein bereits vorhandener Freibetrag nicht verändert oder verringert)

Bis zum 30. November 2015 können Steuerzahler auch noch Anträge für das Steuerjahr 2015 einreichen.

Für das Steuerjahr 2016 beantragte Freibeträge gelten nun erstmals  zwei Jahre, also auch für das Steuerjahr 2017. Die Vordrucke sehen eine solche Möglichkeit vor. Wichtig: Betroffene sollten die Höhe des Freibetrags ständig kontrollieren.  Besteht die Möglichkeit einen höheren Freibetrag zu erhalten, können sie das nachträglich beantragen.

Wird der Freibetrag im Laufe der zwei Jahre zu hoch, zum Beispiel durch einen Wechsel des Arbeitsplatzes zu einem nicht mehr so weit entfernten Arbeitgeber, muss das dem Finanzamt mitgeteilt werden. Es korrigiert den Eintrag in der Datenbank nach unten.

Wer durch eingetragene Freibeträge Steuern sparen möchte, fällt in die sogenannte Pflichtveranlagung und muss eine Steuererklärung abgeben. Das Finanzamt prüft, ob der Lohnsteuerabzug durch den Freibetrag gegebenenfalls zu niedrig war.