Steuer-1x1

Gute Zinsen vom Finanzamt

Kapitalanleger haben es zurzeit schwer, für das ersparte Geld eine gute Kapitalanlage mit einer ordentlichen Verzinsung zu finden. Meist steht beim Zinssatz eine schwarze Null vor dem Komma. Aber es gibt noch eine Ausnahme: das Finanzamt.

Eine Frau stapelt Münzen vor sich auf.

Steuererstattungen werden nach Ablauf von 15 Monaten mit 0,5 Prozent pro vollen Monat verzinst. Das ergibt sechs Prozent im Jahr. Und das bisher sehr krisensicher. Wird der Erstattungsbetrag nicht benötigt, könnte die Abgabe der Steuererklärung so lange es geht verzögert werden.

Diese Möglichkeit haben aber nur Steuerbürger, die nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind (Antragsveranlagte). Vier Jahre gibt der Fiskus ihnen Zeit, um die Formulare auszufüllen und die steuermindernden Ausgaben zu beantragen. Die Steuererklärung für das Jahr 2012 muss somit bis spätestens 31. Dezember 2016 beim Finanzamt vorliegen.

Achtung: Wer lange mit seiner Steuererklärung wartet, vergisst sie möglicherweise. Wird die Abgabefrist nicht eingehalten, sind nicht nur die Zinsen, sondern die komplette Steuererstattung weg.

Viele Arbeitnehmer sind inzwischen dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Sie unterliegen der sogenannten Pflichtveranlagung, wenn neben den Arbeitnehmereinkünften weitere Einkünfte aus einer Vermietung von mehr als 410 Euro vorliegen oder wenn Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Elterngeld von mehr als 410 Euro bezogen wurden. Auch Ehepaare mit der Steuerklassenkombination 3 und 5 bzw. mit Steuerklasse 4 und dem Faktorverfahren müssen eine Steuererklärung abgeben.
Für diese Arbeitnehmer besteht keine Möglichkeit auf Zinsen vom Finanzamt zu hoffen. Die Steuererklärung muss bis zum 31. Mai des Folgejahrs beim Finanzamt sein. Es kann zwar eine Fristverlängerung beantragt werden, die ist aber nicht lang genug, um Zinsen zu bekommen.

Tipp 1: Erstattungszinsen sind gemäß Einkommensteuergesetz steuerpflichtig und müssen mit den anderen Kapitalerträgen in der Steuererklärung angegeben werden. Tatsächlich wird aber nur eine Steuer fällig, wenn mit den Erstattungszinsen der Sparer-Pauschbetrag von 801 bei Ledigen und 1.602 Euro bei Ehepaaren überschritten wird. Ist das der Fall, sollten Betroffene gegen den Steuerbescheid Einspruch einlegen. Aktuell klärt das Bundesverfassungsgericht, ob die Berechnung einer Steuer auf Erstattungszinsen rechtens ist.

Tipp 2: Steuernachzahlungen werden nach den gleichen Regeln und mit dem gleichen Zinssatz belastet. Droht eine Nachzahlung, sollte nicht zu lange mit der Abgabe der Steuererklärung gewartet werden.